Ahnenforschung: In Datterode war jetzt der Nachfahre des Chinakämpfers zu Besuch

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Obligatorische Aufwartung: Dagmar und Martin Vogeler mit Hündin Paula am „Gänsekerle“. 

Georg Vogler war Anfang des 20.Jahrhunderts in Datterode als Chinakämpfer bekannt. Jetzt hat sich ein Nachfahre nach Datterode begegeben, um den Grund dafür herauszufinden. 

Mit diesem Besuch hat sich ein Kreis geschlossen: Martin Vogeler, Enkel des in Datterode noch immer legendären Chinakämpfers Georg Vogeler, hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Dagmar den Ringgauer Ortsteil besucht.

Martin Vogeler, mittlerweile in Bochum lebend, war bei der Recherche zu seinem Nachnamen auf Datterode gestoßen – den Hinweis gab die Stadtverwaltung Eschwege. In der Kreisstadt hatte sein Großvater samt Familie gelebt, bevor sie der Arbeit wegen in den Ruhrpott zogen.

Nach der Kontaktaufnahme mit den Mitgliedern des Heimatvereins Datterode (HVD) wurde dem Ehepaar der Vogeler-Stammbaum bis in das Jahr 1680 aufgeblättert. Es handelte sich bei den Vogelers um eine alteingesessene Familie, deren Urahn Johann Friedrich als Leineweber sein Dasein fristete. Aus der Verbindung mit Anna Christina Faber aus Röhrda stammte eine mit vielen Kindern gesegnete Familienlinie, deren Nachnahme allerdings in Datterode „ausgestorben“ ist. Ein Familiengrab auf dem Friedhof ziert noch der Name.

Der Großvater von Martin Vogeler, der ebenso wie sein Vater Georg mit Vorname hieß, war das siebte Kind aus der sechsten Generation und wurde 1877 geboren. In Datterode war er als der „Chinakämpfer“ bekannt, weil er als Soldat zur Niederschlagung des Boxeraufstandes in der seinerzeitigen deutschen Kolonie Tsingtau aufgerufen worden war. Ob er letztlich dort auch tatsächlich zum Einsatz kam, ist nicht bekannt. Fakt jedoch ist, dass sich sein Beiname bis in die Neuzeit bewahrte. Dass nun Martin Vogeler das Dorf seiner Vorfahren besuchte, ist zweifelsohne eine schöne Entwicklung.

Georg Vogeler, der legendäre Chinakämpfer: hier ganz rechts sitzendend auf einem Foto von 1914.

Die Aufwartung beim „Gänsekerle“, der Gang durchs Dorf und über den Friedhof, der Besuch des letzten Tagelöhnerhauses am Kirchrain, da, wo nebenan einst das Haus der Vorfahren stand, und die Wege um das Dorf mit der herrlichen Natur beeindruckten die Gäste ebenso, wie sie die Erkundungsfahrten nach Eschwege und durch das Werratal genossen. Dieser Genuss soll bei weiteren Besuchen vertieft werden.

Dass 2008 bereits Verwandte aus Neuseeland das Dorf der gemeinsamen Vorfahren besuchten, überraschte das Ehepaar Vogeler, das bisher nichts von dem Familienzweig auf der anderen Seite der Erde wusste. 

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