Infomarkt Windenergie

Ringgauer haben ihre Fragen zu den geplanten  Windkraftanlagen stellen können

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Voller Einsatz für ihre Sache: Die Vertreter der Bürgerinitiative gegen Windkraft, Andrej Schindhelm und Thomas Holzapfel (von links) mit der Moderatorin des Nachmittags, Raffaela Ganter.

Mehr als 200 Menschen wollten mehr zum Bau von Windkraftanlagen im Ringgau wissen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Infomarkt Windenergie.

Sich offen zeigen, Befürwortern wie Kritikern der geplanten Windkraftanlagen auf Grund der Gemeinde Ringgau Gehör schenken – und sich am Ende selbst ein Urteil bilden: das war das Ziel der Info-Veranstaltung in Röhrda.

Wer hat sich in Röhrda mit welchen Themen präsentiert?

Zum einen die Projektierer Ostwind, Vortex und Eno Energy. Alle drei stellten den Stand ihrer Planungen vor – von der Projektidee (Ostwind), der Erstellung der Fachgutachten (Vortex) bis hin zur Auslegungsphase des gestellten Antrags (Eno Energy, damit am weitesten fortgeschritten). Das Bürgerforum Energieland Hessen lieferte sogenannte Faktenpapiere zur Windkraft, Hessen Forst zeigte Wald- und Forstflächen des Landes auf, und Vertreter des BUND sprachen zum Naturschutz allgemein.

Gab es Gegenwind zu den geplanten Anlagen im Ringgau?

Ja, und zwar am Stand der Bürgerinitative BIFUUHL. „Durch die Vernetzung mit zahlreichen nordhessischen Bürgerinitiativen und Vereinen lernen wir kollektiv, welche Aktivitäten am wirkungsvollsten sind, um unser naturnahes Ökosystem Graburg vor dieser Bedrohung zu schützen“, sagt etwa BIFUUHL-Pressesprecher Andrej Schindhelm. Besonders beeindruckend: Ein maßstabsgetreues 1:100-Modell eines der geplanten Windräder am Stand der BI. 2,42 Meter hoch, daneben ein Fachwerkhaus von sieben Zentimetern Höhe.

Wie lief die Veranstaltung ab?

Freundlich, ruhig, sachorientiert. Der Infomarkt Windenergie erfuhr eine rege Beteiligung; sah Bürger und Akteure, die miteinander in den konstruktiven Dialog traten, wie von Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann gewünscht.

Fragen über Fragen an einer offenen Themenwand: Beantwortet wurden sie etwa von Vertretern der Landesagentur; zugänglich gemacht werden sie in Kürze im Internet.

Welchen Mehrwert hat der Infomarkt Windenergie?

Sämtliche Fragen der Bürger an allen Ständen des Infomarkts Windenergie wurden an einer offenen Themenwand gesammelt und dokumentiert. Im Nachgang der Veranstaltung in Röhrda wird die Beantwortung auf der eigens eingerichteten Internetseite energieland.hessen.de/Ringgau abrufbar sein.

Genehmigungspraxis

Auf Landesebene sind Vorgaben dazu, welche Landschaft zu schützen ist, nicht einheitlich geregelt. Relevante Entscheidungen bezüglich der Windkraft werden auf Ebene der Regionalplanung getroffen. Diese wiederum hat keine gesetzliche Handhabe dafür, touristische Regionen grundsätzlich von Vorranggebieten fernzuhalten. Zu berücksichtigen sind allerdings Kriterien, die dem Landschaftsbild und dem Tourismus mittelbar zugutekommen. Wenn Projektierer nun den Bau einer Windenergieanlage beantragen, müssen sie beim Regierungspräsidium Kassel einen umfassenden Unterlagenkatalog einreichen – etwa Gutachten zu Schattenwurf und Schall. Erfolgt eine Genehmigung, empfehlen Experten Kommunen, deren Hauptattraktion die Landschaft ist, beim Ausbau der Windenergie verstärkt Kommunikations- und Abstimmungsprozesse vorzunehmen.

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