Südlink jetzt südlich statt nördlich: Transnet BW legt neue Variante für Netra vor

Direkt durch die Mitte: Die Kernzone des ein Kilometer breiten Südlink-Korridores liegt bei beiden Varianten, der nördlichen und der südlichen, direkt auf der Ortslage von Netra. Das lässt den Planern beide Optionen offen. Foto: Emily Spanel

Für den Verlauf der Starkstromtrasse Südlink bei Netra haben die Planer Tennet und Transnet BW eine Verschwenkung der Trasse als Alternative zum bisher favorisierten Verlauf angeboten.

Der einen Kilometer breite Korridor, der für die Trasse infrage kommt, wurde jetzt in südliche Richtung verschwenkt. Damit liegt das Kerngebiet des Korridores immer noch exakt über der Ortslage Netra, erstreckt sich aber weiter als bisher gen Süden (siehe Grafik, orange eingegrenzte Fläche).

Bei der bisherigen Variante (blaue Eingrenzung) war der Korridor nördlich verlaufen. Hier allerdings folgt im Norden sofort das Wasserschutzgebiet der Kategorie 2. „Bis zur nächsten Wohnbebauung gibt es hier nur einen 60 Meter breiten Korridor, der für die Trasse infrage käme“, weiß Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann. Und der liege trotz der Verschiebung auch innerhalb der neuen Variante. „Mit dieser neuen Variante hält sich Transnet BW den 60-Meter-Korridor im Norden offen und schafft gleichzeitig die Option, die Trasse südlich von Netra entlangzuführen.“

Die Gemeinde ist jetzt erneut zu einer Stellungnahme aufgefordert worden und fordert daher alle Bürger auf, möglichst viele seriöse Hemmnisgründe gegen die sogenannte „Südvariante Netra“ einzureichen – möglichst schriftlich und basierend auf fundierten Unterlagen wie zum Beispiel Boden- oder Wassergutachten. Diese kann die Gemeinde dann ihre Stellungnahme einarbeiten.

Einen Hemmnisgrund hat der Bürgermeister bereits ausgemacht. Der Tiefbrunnen nördlich von Netra hat die Tendenz, weniger Wasser zu haben. Deshalb gebe es die Überlegung, die nicht genutzte Aschenbornquelle südlich von Netra wieder anzuschließen und damit den Hochbehälter nördlich des Ortes mit Trinkwasser zu speisen. „Das wäre eine gute Alternative zu dem Plan, eine Wasserleitung von Lüderbach nach Netra legen zu müssen.“

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