Standort nördlich der Ortslage

Parlament Ringgau beschließt: Telekom baut Mobilfunkmast bei Netra

Gemessen und für gut befunden: Im Mai prüfte die Telekom den Standort nördlich von Netra für den neuen Mobilfunkmast, der den Ortsteil versorgen soll. Jetzt wurde der Standort vom Parlament Ringgau beschlossen.
+
Gemessen und für gut befunden: Im Mai prüfte die Telekom den Standort nördlich von Netra für den neuen Mobilfunkmast, der den Ortsteil versorgen soll. Jetzt wurde der Standort vom Parlament Ringgau beschlossen.

Der Standort für den neuen Mobilfunkmast der Telekom auf einem gemeindeeigenen Grundstück nördlich von Netra ist jetzt beschlossene Sache. Die Gemeindevertretung hat zugestimmt.

Netra - Mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen gab die Gemeindevertretung der Telekom am Donnerstagabend grünes Licht für den Bau. Lediglich die CDU-Abgeordnete Astrid Schabacker stimmte dagegen. Zuvor war ihr Antrag auf ein Mobilfunkvorsorge-Konzept für die Gemeinde mehrheitlich abgelehnt worden.

Bis vorigen Freitag hatte Astrid Schabacker versucht, einen weiter von der Netraer Wohnbebauung entfernten, geeigneten Standort für den Sendemast zu finden. Knapp 200 Bürger hatten die Forderung einer Standortverlegung unterzeichnet. Auch der in Netra niedergelassene Allgemeinmediziner, Gert Hünermund, habe Bedenken geäußert, so Schabacker.

Der jetzt beschlossene Standort befindet sich nach Aussage von Bürgermeister Mario Hartmann 170 Meter vom ersten Wohngebäude in Netra entfernt. Astrid Schabacker hatte eine Mindestentfernung von 500 Metern zur Wohnbebauung gefordert.

Bereits im Herbst vorigen Jahres hatte sie sich vergeblich darum bemüht, dass die Kommune für ihre Bürger ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept erstellt, das die Menschen in Ringgau vor eventuell gesundheitsschädlicher Strahlung durch Sendeantennen schützen sollte. Nachdem die Forderung Ende 2019 bereits mit der Begründung mangelnder Mittel abgelehnt worden war, hatte Schabacker jetzt noch mal ein eigenes mögliches Konzept vorgestellt.

Sie machte deutlich, dass es nicht um eine „Verhinderung von Mobilfunk in Ringgau“ gehe. Sie möchte aber, dass für den Bau von Sendemasten Standortempfehlungen erarbeitet werden. Maximal drei vom Auftraggeber vorgeschlagene Standorte sollen dann in vergleichenden Untersuchungen geprüft werden.

„Es ist wichtig, sich eine Drittmeinung einzuholen und sich nicht auf die Aussagen großer Konzerne zu verlassen“, sagte die Abgeordnete. Außerdem wäre eine „Öffentlichkeitsbeteiligung im Sinne von Transparenz“ durch die Gemeinde wünschenswert.

Gleichzeitig mit der Ablehnung des Vorsorgekonzeptes im November 2019 hatte die Gemeindevertretung den Plänen der Telekom zugestimmt, den Kirchturm Datterode für ihre Sendeantennen zu nutzen. Das Unternehmen hatte damals für den Fall einer Absage gedroht, sich ganz vom Standort Datterode zurückzuziehen.

Zudem hatte die Gemeindevertretung seinerzeit beschlossen, an der Telekom-Aktion „Wir jagen Funklöcher“ teilzunehmen und dabei den Mast in Netra gewonnen. Astrid Schabacker sprach von einem „weiteren Ultimatum“, das der Konzern stelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare