Gemeinde Ringgau macht mit dem Wald jedes Jahr 16.000 Euro Gewinn

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Gesund: der Gemeindewald Ringgaus. In den kommenden zehn Jahren sollen 22 Hektar der Fläche verjüngt werden. 

Grandenborn – Rund 16 000 Euro Gewinn pro Jahr wirft der Ringgauer Gemeindewald ab – das sind etwa 46 Euro pro Hektar. Wir stellen die Forstbetriebsplanung in Zahlen vor.

„Dieses solide finanzielle Ergebnis wird sehr stark durch den Holzpreis beeinflusst“, erklärte Reiner Schröder von Hessen- Forst vor der versammelten Gemeindevertretung am Donnerstagabend im Bürgerhaus von Grandenborn. Steige dieser auch nur um fünf Euro pro Erntefestmeter, werde sich das Ergebnis um 30 Prozent verbessern.

56  

und damit die überwiegende Mehrheit der Bäume im Gemeindewald sind Buchen. Es folgen Eichen (15 Prozent), Edellaubbäume (15 Prozent) sowie kleinere Bestände an Kiefern und Fichten.

95

Muschelkalk – der Boden bietet ideale Bedingungen für das Wachstum der Flora. Problem: der Geländewasserhaushalt, der als „mäßig frisch“, das heißt knapp bis sehr knapp, kategorisiert wird.

338  Betriebsfläche

Auf diesem Areal erstreckt sich der Ringgauer Gemeindewald insgesamt. Zusammenhängende Gebiete befinden sich etwa südlich von Grandenborn und nordwestlich des Ortteils Datterode. 297 Hektar dieses Waldes befinden sich in regelmäßigem Betrieb.

14 373  Holz 

wurden in den Jahren 2009 bis 2018 eingeschlagen. Erfüllt wurden so 97 Prozent der Planung. Über dem Soll ist der Einschlag der Kiefer mit 4977 Bäumen – Grund ist die hohe Nachfrage nach diesem Holz. 

Haushalt 2019

Der Haushalt der Gemeinde Ringgau weist zum dritten Mal in Folge nicht nur einen Ausgleich auf, sondern für 2019 sogar einen kleinen Überschuss. Die Rate in Höhe von 74 000 Euro, die im Zuge des Programms Hessenkasse zurückgezahlt werden muss, ist in den Finanzhaushalt eingearbeitet worden. Das entsprechende Zahlenwerk ist am Donnerstagabend nach ausführlichen Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde beschlossen worden – mit zwei Gegenstimmen aus den Reihen der CDU-Fraktion. „Die Gemeinde Ringgau lebt von der Hand in den Mund“, bemängelte Astrid Schabacker. Bei der Aufstellung des Haushalts spiele Langfristigkeit keine Rolle, „geschaut wird: Wie kommen wir im aktuellen Jahr rum“. Weiterhin kritisierte sie die nicht ausreichende Liquiditätsreserve der Gemeinde. „Wir können nur von Jahr zu Jahr planen“, erwiderte Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann – und doch: Der gute Weg, auf dem sich die Gemeinde befinde, sei nicht zu leugnen. „Noch 2012 hatte Ringgau einen Fehlbetrag von 1,6 Millionen Euro zu verkraften – nun legen wir einen Haushalt mit Überschuss vor.“ Große Sprünge seien auch weiterhin nicht möglich – wohl aber die „vernünftige Umsetzung notwendiger Investitionen“, sagt Klaus Fissmann. So sollen in den Jahren bis 2022 unter anderem die Ortsteilfeuerwehren weiter ausgestattet werden; 200 000 Euro sind für den Ausbau des Neubaugebiets in Netra vorgesehen.

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