Land unter in neuer Kita

Wasserschaden im neuen Bildungshaus Röhrda 

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Packen tatkräftig mit an: (von links) Ariane Pfeifer und Manuela Lorbach tragen Möbel aus dem Untergeschoss des Bildungshauses in Röhrda. Ebenso wie sämtliches Spielgerät wird das Mobiliar eingelagert.

Röhrda. Vor drei Wochen erst ist das neue Bildungshaus in Röhrda eröffnet worden - und schon ist es vorübergehend nicht mehr nutzbar: Ein Wasserschaden hat mehr als 40 Kubikmeter in das Untergeschloss laufen lassen. 

Worte für das eigentlich Unbeschreibliche zu finden, fällt allen Beteiligten schwer. Schlicht „frustrierend“ sei das Unglück, welches das Bildungshaus Röhrda nur knapp drei Wochen nach der feierlichen offiziellen Einweihung ereilt hat, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann: Ein Wasserschaden macht die Räumlichkeiten des Kindergartens „Die kleinen Hände“ im Untergeschoss vorübergehend unnutzbar.

Mehr als 40 Kubikmeter Wasser haben sich in der Nacht von Montag auf Dienstag in die komplette Etage ergossen; bis zu 20 Zentimeter hohe, feuchte Streifen, die sich an den Wänden hochziehen, sind bis heute deutlich zu erkennen. „Die Prüfungen, wie genau der Schaden entstanden ist und wie die nun folgende Sanierung abzulaufen hat, sind in vollem Gange“, sagt Dr. Rainer Wallmann. Gleiches gelte für Fragen die Schadenshöhe betreffend. Lediglich, dass das Wasser aus einem Boiler im Behinderten-Sanitärbereich ausgetreten sei, gelte als gesichert.

Bereits am kommenden Dienstag soll der Betrieb wieder aufgenommen werden, sagt Kindergartenleiterin Carina van der Willik – die Betreuung aller 93 Kinder in sämtlichen Zeitmodulen sei gewährleistet, wenngleich in anderen Räumlichkeiten und – besonders bitter für die Leiterin – mit einem veränderten pädagogischen Konzept sowie in neuer Gruppenzusammensetzung.

„Ein großer Dank“, sagt Carina van der Willik, gehe in diesem Zusammenhang an Martina Beck, Leiterin der Mittelpunktgrundschule sowie das ganze Kollegium: Spontan seien Räume zur Verfügung gestellt worden, um die Jüngsten vorübergehend im Obergeschoss des Bildungshauses unterzubringen. Eine weitere Gruppe wird im Martin-Luther-Heim in Netra betreut werden – und auch hier hätten die Verantwortlichen keine Sekunde gezögert, um in der Notsituation auszuhelfen. Selbstverständlich werde auch die gewohnte Mittagessensversorgung der Kinder aufrechterhalten.

„Eine harte Prüfung“ sei die aktuelle Situation, die es nun gemeinsam zu meistern gelte, sagt Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann. Und das habe bislang in hervorragender Art und Weise funktioniert: Nicht nur das Team des Kindergartens, sondern auch der Schule, Beschäftigte des Bauhofs, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und die Eltern hätten zusammengestanden, um das Wasser aus den Räumen zu schieben und zu saugen sowie die Möbel und Spielgeräte ins Freie zu tragen.

Er setze nun auf das Verständnis der Eltern für die ungewollte Belastung, sagt Klaus Fissmann – und darauf, so schnell wie möglich zum Alltag im Bildungshaus zurückkehren zu können.

Gemeinsames Vorzeigeprojekt 

Das Bildungshaus in Röhrda ist erst am Samstag, 28. April, feierlich eingeweiht worden. Das Vorzeigeprojekt der Gemeinde Ringgau, des Werra-Meißner-Kreises sowie des kirchlichen Trägers gibt Kindergartenkindern und Grundschülern die Möglichkeit, gemeinsam zu lernen. 

Zwar sind beide Einrichtungen räumlich getrennt; projektbezogen wird aber zusammengearbeitet. Zudem soll den Vorschülern der Übergang in die Grundschule erleichtert werden. Gemeinsam genutzt wird die Cafeteria; in der hauseigenen Küche wird regional und saisonal gekocht. Im Kindergarten wird das Konzept der offenen Arbeit verfolgt; das heißt, die Kinder wählen sich an jedem Morgen selbstständig in eine der angebotenen Werkstätten ein.

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