Vor 75 Jahren

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Datterode noch zwei Tote

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Das Soldatengrab: Noch heute liegen Soldaten, die am 3. April 1945 dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen, in Mitterode und Datterode begraben.

Das Kriegsende jährt sich in diesem Jahr zum 75. Mal. Der Chronist Karl Beck erinnert sich, wie am 3. April amerikanische Panzer im Ringgau einrollten und für mehrere Tote sorgten.

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs nun zum 75. Mal. In unserer Region hatte sich das Ende seinerzeit schon drei Monate früher angekündigt. „Der Februar 1945 brachte den Krieg nun auch über unser Kreisgebiet“, erzählt der Datteröder Chronist Karl Beck in einem Aufsatz auf der Homepage des Heimatvereins Datterode.

„Gleisanlagen und Bahnhöfe wurden bombardiert. Nicht enden wollende Bomberverbände überflogen dröhnend unser Dorf, brachten ihre tödliche Fracht über viele Großstädte und löschten dort unzählige Menschenleben aus.“ Die Amerikaner rückten immer näher. Am 31. März explodierte in Waldkappel bei einem Angriff ein Munitionszug, in Weißenborn wurden Benzinkanister abgeworfen und in Brand geschossen, um die Schlupfwinkel der Gauleitung Kassel auszuräuchern, wie Karl Beck eindrücklich schildert.

Am 3. April vor 75 Jahren rückten die amerikanischen Panzer bis in den Ringgau vor. Jetzt war den meisten Menschen klar, dass die Kämpfe beendet sein mussten. Dennoch starben am 3. April 1945 drei Soldaten, zwei Deutsche und ein Amerikaner. Thomas Beck, Vorsitzender des Heimatvereins Datterode, möchte heute an die Toten erinnern. „Es waren sinnlose Tode. Diese Einzelschicksale stehen als Beispiel für Millionen.“

Zeugnis des Todes: Sergeant Austin Luther Opp aus Illinois in den Vereinigten Staaten star b am 3. April in Mitterode. 

Der Tod von SGT Austin Luther Opp aus Illinois wird im niederländischen Veteranen-Archiv fallennotforgotten.nl festgehalten. Demnach war seine Einheit am 2. April 1945 bis nach Mitterode bei Sontra vorgestoßen und Austin Opp zur Nachtwache eingeteilt. Am Morgen fanden ihn seine Kameraden tot in seinem Schützenloch. Das Schrapnell einer deutschen Granate hatte ihn getroffen, von seinen Kameraden wurde die Wunde zuerst für den Eintritt einer Kugel gehalten.

Um 9.30 Uhr erreichten Panzer den Ortsrand von Datterode. Karl Beck schildert, dass die Dorfbewohner von ihren Häusern aus zusahen, wie die Militärfahrzeuge durchs Dorf rollten. Deutsche Soldaten, die sich noch im Dorf befanden, versuchten, an Zivilkleidung zu gelangen, oder sie schlugen sich in den Wald in Deckung. Zwei Soldaten hatten dabei kein Glück. Sie wurden von den Amerikanern entdeckt, bevor sie sich hinter einem Holzstoß verstecken konnten.

Der Datteröder Eobald Küch, der von seinem Küchenfenster aus zuschaute, soll gesagt haben: „Jez passiert woos!“ Die beiden Soldaten starben im Feuer des Maschinengewehrs. Zwischen beiden Ereignissen könnte ein Zusammenhang bestanden haben, vermutet Thomas Beck. Umso sinnloser erscheinen ihm diese Tode. Gustav Abraham, einer der getöteten deutschen Soldaten, liegt heute noch in Datterode auf dem Friedhof, der andere konnte nach Kriegsende auf einem Pferdewagen ins Ruhrgebiet überführt werden.

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