Mit Bannern, Pfeifen und Trommeln

Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Südlink“  demonstriert in Fulda gegen die geplante Stromtrasse

+
Die Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Südlink“ hat am Donnerstag lautstark und zahlreich in Fulda gegen die Stromtrasse demonstriert.

Röhrda -  Mit Bannern, Pfeifen und Trommeln demonstriert die Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Südlink“ am Donnerstag lautstark in Fulda.

Die Demonstranten versammelten sich vor dem Gebäude, in dem Transnet BW und Tennet ihr Konzept für die Stromtrasse, die 700 Kilometer durch Deutschland und durch den Kreis führen soll, vorstellen. Aber in das Morgensternhaus dringt der Lärm nur als ein dumpfes, unbestimmtes Dröhnen.

Um 15.30 Uhr ging die Fahrt von Röhrda aus los: Einige Demonstranten trafen sich bereits eine halbe Stunde zuvor an der Haltestelle der Schule, diskutierten, tauschten sich aus. Zum Beispiel darüber, wie sie zuerst auf das Thema Südlink aufmerksam wurden. Bei vielen lief das durch Hinweise von Bekannten. Frank Buchenau, Teil des Leiterteams, erklärte, die Organisation der Bürgerinitiative sei hauptsächlich über eine Whatsapp-Gruppe erfolgt. So wäre es möglich gewesen, die Umgebung mobil zu machen. So waren zur Zeit der Abfahrt rund 30 Menschen am Start – die meisten aus Röhrda und Datterode; darunter Mechatroniker, Metallbauer und Smogberater.

Machten ihre Ablehnung deutlich: Die Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Südlink“ demonstrierte in den Stunden der Abenddämmerung in Fulda auf der Straße vor dem Morgensternhaus – das Grundstück selber durften sie nicht betreten.

Im Vorfeld hatten engagierte der Bürgerinitiative ein rund drei Kilometer langes und 30 Meter breites Areal in der Gemeinde Ringgau markiert, das von der Südlink-Trasse unmittelbar betroffen sein könnte.

Auf der Hinfahrt waren die Demonstranten gut gestimmt und zuversichtlich. Dann kam die Durchsage: „Das Grundstück darf nicht betreten werden.“ Nach der Ankunft um 17.30 Uhr, an dem für die Aktion zugewiesenen Platz, stellten die Protestierenden sich mit Bannern und Schildern auf. Klaus Fissmann, Bürgermeister der Gemeinde Ringgau, war zugegen, und auch ein Vertreter von Tennet ließ sich sehen. Nach einigen Versuchen, von der Gegenseite Eingeständnisse zum Beispiel in Bezug auf gesundheitliche Risiken und die Notwendigkeit des Projektes einzufordern, brachen die Gespräche ab.

Michael Roth stellte sich der Kritik: Demonstranten waren nicht überzeugt, dass Tennet ihre Sorgen ernstnimmt.

Für die Amtsträger ging es zur geschlossenen Sitzung, während die Stimmung angespannter, der Protest lauter wurde. Einigen Stellvertretern der Bürgerinitiative wurde erlaubt, die Vorstellung des Trassenkonzeptes mitzuverfolgen.

Für den Großteil der Protestierenden aber war der Abend hier beendet – um 19 Uhr machten sie sich auf die Rückfahrt Richtung Heimat.

Von Tobias Müller

Lesen Sie auch: Widerstand gegen Südlink formiert sich: Kreis-Kommunen wollen Stromtrasse nicht

Freie Wähler und Freie Demokraten zum Trassenverlauf: „Südlink durch Nordhessen verhindern“

Das Thema Südlink bewegt. Nachdem sich am Donnerstag bereits SPD- und CDU-Politiker zu Südlink geäußert hatten, gab es am Freitag weitere Stellungnahmen dazu: Die Freien Wähler Werra-Meißner und dieFWG-Kreistagsfraktion regen eine gemeinsame Resolution des Kreistages für einen Verlauf der Südlinktrasse außerhalb des Werra-Meißner-Kreises an. Sie bitten alle Fraktionen um ihre Unterstützung. 

Für die Freien Wähler sei die Frage wichtig, wie die Natur und die Menschen vor der Trasse geschützt werden könnten. „Wir sind durch den Lückenschluss A 44 und das mögliche Logistikzentrum in Neu-Eichenberg bereits genug belastet“, sagt Dr. Claus Wenzel, Kreisvorsitzender der Freien Wähler und Kreistagsabgeordneter. 

Anlässlich der Präferenz des Stromnetzbetreibers Tennet für die Trassenführung der Stromleitung Südlink durch Nordhessen erklärt Wiebke Knell, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag: „Die von Tennet beantragte Südlink-Strecke belastet den Werra-Meißner-Kreis mit rund 60 Kilometern. Auch wenn der endgültige Entscheid über den Trassenverlauf durch die Bundesnetzagentur noch aussteht, stellt die Festlegung von Tennet de facto eine Vorentscheidung dar. Wir Freien Demokraten erwarten, dass sich Ministerpräsident Bouffier und Wirtschaftsminister Al-Wazir für die betroffenen Regionen in Nordhessen einsetzen.“ Enttäuscht äußerte sich auch der Kreisvorsitzende der FDP, Max Grotepaß: „Aus unserer Sicht ist die Südlink-Trasse energiepolitisch überflüssig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare