Ringgau, Waldkappel, Wehretal und Weißenborn gründen Gemeindekasse

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Unterzeichnen den Zusammenschluss: (von links sitzend) Klaus Fissmann, Jochen Kistner, Reiner Adam und Thomas Mäurer. Stehend sind Bernd Becker, Leiter Finanzen in Wehretal, und die Beigeordneten zu sehen.

Weißenborn/Reichensachsen. Sie gilt als erster Baustein in der Zusammenarbeit der Stadt Waldkappel und der drei Gemeinden Ringgau, Wehretal und Weißenborn: die Gemeinschaftskasse, die in den einzelnen Gremien der Orte schon länger diskutiert und am Mittwochabend nun vertraglich besiegelt wurde.

Los gehen soll es im Januar 2016. „Das ist der erste Zusammenschluss dieser Art hier in dieser Gegend“, freut sich Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner, in dessen Gemeinde die Gemeinschaftskasse künftig ihren Sitz hat.

Die Vorteile

Durch die Zusammenlegung ihrer Gemeindekassen sehen alle vier Bürgermeister erhebliche Vorteile: Da die Aufgaben in allen Kassen annähernd die gleichen sind, könne man so Synergieeffekte schaffen und Kosten einsparen. Letzteres spiele vor allem für die Haushalte der unter dem Schutzschirm stehenden Gemeinden eine große Rolle: „Wir haben bereits alle viel eingespart, hier entsteht ein weiterer Punkt“, sagt Kistner. Zudem können sich die Mitarbeiter - es kommt je einer aus jeder Gemeinde - künftig bei Krankheit und Urlaub vertreten, sodass die Bürger zu jeder Zeit den vollen Service nutzen können.

Das wird auch weiterhin in Waldkappel, Ringgau und Weißenborn der Fall sein: Auch wenn die Gemeinschaftskasse ihren Sitz in Reichensachsen hat, werden die Mitarbeiter an einem Tag in der Woche in den anderen Orten arbeiten. „So haben die Bürger auch weiterhin einen Ansprechpartner und merken von dieser Änderung eigentlich nichts“, sagt Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann.

Zudem kann dieser Zusammenschluss der Kassen gefördert werden: Gibt es durch die Symbiose eine Mindesteinsparung von 15 Prozent, können vom Land bis zu 100 000 Euro bereitgestellt werden. „Nach unseren Berechnungen sparen wir 19 Prozent der Kosten ein, der Antrag für die Förderung ist gestellt“, sagt Kistner.

Die Nachteile

Gibt es nicht, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Zumindest nicht sofort: Trotz aller Befürchtungen aus den Gemeinden werde kein Personal entlassen, das sei bei der Umstrukturierung derzeit auch unverzichtbar. Ein Aber gibt es dennoch: Scheide einer der Mitarbeiter zum Beispiel altersbedingt aus, könne zum jetzigen Zeitpunkt keine Garantie für eine Neubesetzung der Stelle gegeben werden.

Die Zukunft

Bei der Zusammenlegung der Kassen soll es nach dem Willen der Bürgermeister nicht bleiben. „Wir fangen damit jetzt erst einmal an, können uns aber vorstellen, dass wir das gleiche irgendwann auch mal mit der Finanzbuchhaltung machen“, erklärt Reiner Adam, Bürgermeister der Stadt Waldkappel.

Er betont jedoch, dass diese Zusammenschlüsse nicht dazu dienen, die Eigenständigkeit der einzelnen Kommunen irgendwann mal in Frage zu stellen: „Vielmehr wollen wir die stärken“, sagt er. Denn ohne Zusammenschluss könne es sonst passieren, dass die Gemeinden eines Tages an andere angegliedert werden.

Von Constanze Wüstefeld

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