Anzeige bei der Umweltpolizei: Die Gemeinde muss den ehemaligen Tierpark schnellstmöglich rückbauen

Auf Safari nach Weißenborn

Es bleiben nur Erinnerungen: Von den Käfigen und Volieren von einst sind nur noch zerfallene und verbaute Schuppen übrig. Sie müssen jetzt so schnell wie möglich weg. Fotos: privat

Weißenborn. Pumas gab es zu bestaunen, Wölfe und sogar Löwen. In den 70er und 80er Jahren hatte Weißenborn einen kleinen Tierpark zu bieten. Heute zeugen davon nur noch Erinnerungen und alte Holzbauten, die die Gemeinde schnellstmöglich auf eigene Kosten rückbauen muss.

Über ein Jahr lang beschäftigt der ehemalige Tierpark auf dem alten Sportplatz an der Röhrdaer Straße die Gemeindeverwaltung schon. Seit 1990 ist das 6500 Quadratmeter große Gelände an Pferdebesitzer verpachtet. Die Pacht fließt vollständig in die Kasse des örtlichen Heimatvereins. Von den alten Käfigen und Volieren stehen nur noch vereinzelte Reste. Für die Pferde wurde ein neuer Verschlag gebaut.

1977 eröffnete Willi Kniese den Tierpark, der zuvor vom Heimatverein als Wildgehege mit Rehen und Wildschweinen geführt worden war, neu. Zehn Jahre lang hegte und pflegte Kniese die Tiere, bis er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Die Tiere kamen weg, die Anlagen nicht. Das aber stand als Bedingung im Bauschein von 1977. Eine Tatsache, die erst im Frühjahr 2011 wieder aufs Tapet kam, als bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Anzeige einging. Ein Jahr später kamen die Kontrolleure. „2012 hat die Gemeinde rund 6000 Euro in den Rückbau gesteckt“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer. Davon waren tausend Euro für ein Bodengutachten. „Da es ein Lehmboden ist, haben wir zum Glück keine Probleme mit Fäkalien“, so der Gemeindechef weiter. Das hätte die Kosten in die Höhe getrieben.

Mäurer kann nur schwer nachvollziehen, warum der Zustand der Anlage über Jahre hinweg akzeptiert wurden, und jetzt plötzlich nicht mehr. Zumal das Gelände weiter genutzt werde. Die komplette Entsorgung kommt die Gemeinde teuer: „Da sind noch alte Eternitplatten und andere Materialien, die getrennt entsorgt werden müssen“, sagt Mäurer.

Hinzu kommen die Arbeitsstunden des Bauhofpersonals. Im laufenden Haushaltsjahr rechnet Mäurer mit weiteren 5000 Euro Rückbaukosten. Würden die Pferdebesitzer die Gemeinde nicht tatkräftig unterstützen, wäre es noch teurer, ist er sich sicher.

Von Stefanie Müller

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