Lebensmittelmarkt als Integrationsbetrieb

Soziales Konzept hat Erfolg: Marktwert in Datterode besteht seit zehn Jahren

Freuen sich auf das Jubiläum zehn Jahre Marktwert Datterode: Bürgermeister Mario Hartmann, Marktleiterin Silke Ludwig und Stellenwert-Geschäftsführer Rolf Eckhardt.
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Freuen sich auf das Jubiläum zehn Jahre Marktwert Datterode: Bürgermeister Mario Hartmann, Marktleiterin Silke Ludwig und Stellenwert-Geschäftsführer Rolf Eckhardt.

Der Marktwert Datterode feiert am 1. August zehnjähriges Bestehen. Zeit für uns, zurückzublicken.

Vor zehn Jahren kamen zwei Interessen zusammen: Die Gemeinde Ringgau suchte einen Betreiber für den Lebensmittelmarkt in Datterode, und der Verein Aufwind gründete mit seiner Tochter „Stellenwert“ einen Integrationsbetrieb, mit dem er Menschen mit Schwerbehinderung in den ersten Arbeitsmarkt integrieren wollte.

So entstand der Marktwert Datterode, der am 1. August zehnjähriges Bestehen feiert. Zu Beginn hatten Rolf Eckhardt, Geschäftsführer der Stellenwert, und Matthäus Mihm, damals Vorstandsmitglied von Aufwind, keine Erfahrungen im Lebensmittelgeschäft, doch für neue Ideen waren sie zu haben. Als Partner für die Versorgung mit Lebensmittel stieg Nahkauf (Rewe) ein.

Statt des ursprünglichen Ladens in der Ortsmitte bauten sie in Datterode das ehemalige Autohaus Ritz um. „Wir wollten auch die einheimischen Firmen mit einbinden“, sagt Eckhardt. „Das Projekt sollte sozialverträglich sein. Deshalb haben wir die Fleischerei Opfer und die Bäckerei Wolf mit in den Laden geholt und sogar die Angestellten übernommen.“ Als Geschäftsführer mit Erfahrung im Einzelhandel wurde anfangs Karl-Reinhard Dörfler gewonnen, dessen Laden in Netra Stellenwert ebenfalls übernahm.

Doch mit dem Marktwert Datterode sollte mehr als ein Laden entstehen. „Es sollte ein dörfliches Zentrum sein“, sagt Eckhardt. „Zwei Bankfilialen eröffneten mit in dem Gebäude, neben der Bäckerei wurde ein Café eingerichtet, im Untergeschoss Räume für Physiotherapie und ein Bürgersaal, in dem das Bürgerbüro Sprechstunden abhalten kann, in dem Feiern stattfinden können, Veranstaltungen oder Yoga-Kurse.“ 50 Prozent der 45 Mitarbeiter, die im Verlauf der zehn Jahre im Marktwert arbeiteten, haben eine Schwerbehinderung.

„Das Jobcenter hat eine eigene Abteilung für die Vermittlung von Menschen mit Behinderung, mit der wir gut zusammenarbeiten“, sagt Eckhardt. Für das Konzept bekam Aufwind den Kreis-Innovationspreis sowie den Hessischen Demografie-Preis. Ziel war, die dörfliche Nahversorgung im ländlichen Raum zu sichern. Deshalb wurde der „Bürgerbus“ ins Leben gerufen, damit die ältere Generation mobil sein kann. Es brauchte Zeit, bis sich dieses Angebot durchgesetzt hatte.

„Während der Zeit der Kontaktbeschränkungen musste der Bus aussetzen, jetzt nimmt er seinen Fahrplan wieder auf“, sagt Bürgermeister Mario Hartmann. „Der Laden mit stetig steigenden Zahlen ist ein Erfolgskonzept und wichtiger Bestandteil der Infrastruktur im Ringgau. So ist die Nahversorgung ein wichtiges Entscheidungskriterium für Neubürger.“

Koordiniert wurde das Projekt in den vergangenen Jahren von Sonja Fissmann, Marktleiterin ist heute Silke Ludwig, statt der Banken sind die Debeka-Versicherung an Bord und der Pflegedienst Ritz. Neu ist die Geschenke-Boutique, die ab August öffnet. Zum Jubiläum am 1. August soll es kleine Überraschungen geben.

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