Alle 15 Schüler der Graburg-Schule kamen zum Unterricht – Schließung abgewendet

Unterricht fast wie gehabt

Es geht weiter: Alle fünfzehn Schüler der Graburg-Schule kamen am Montag zum ersten Schultag nach den Ferien. Auf dem Bild sind sie mit Pfarrer Rüdiger Pütz. Foto: Sasse

Weißenborn. Der Stundenplan steht an der Tafel. An den Gruppentischen im Klassenraum sitzen fünfzehn Schüler und schreiben ihn ab. Neben einigen steht die Mutter, neben anderen die Oma, der Vater oder ein Betreuer. Sie schauen sich den Plan für das kommende Schuljahr an.

Es war nicht sicher, ob genügend Schüler die Grundschule besuchen würden. Doch gestern erschienen alle 15 Kinder zum Unterricht und so startete auch die Graburg-Schule ins das neue Schuljahr. 13 Schüler müssen die Grundschule mindestens besuchen, damit sie bestehen bleibt.

„Der Unterricht geht, wie im späten Frühjahr geplant, weiter“, sagt Rüdiger Pütz. Er ist Pfarrer in der örtlichen Kirchengemeinde und unterrichtet Religion an der Graburg-Schule. „Er wird das ganze Schuljahr fortgesetzt, denn alle Schüler werden bleiben.“

Erstklässler gibt es an der Grundschule allerdings nicht. „Die Klassen zwei bis vier werden zusammen unterrichtet“, sagt Pütz. Dennoch: „Wir bieten den Kinder einen differenzierten Unterricht“, ergänzt Rosemarie Harnisch. Zusammen mit ihrer Kollegin Carola Lorenz unterrichtet sie die Kinder. Dabei setzten sie auf Gruppenarbeiten.

Ganz neu ist das weder für die Schüler, noch für die Lehrer: „Seit acht Jahren wird hier jahrgangsübergreifend unterrichtet“, sagt Pütz. Neu ist dagegen, dass die Klassen zwei, drei und vier zusammen Unterricht haben. Bisher waren die Klassen eins und zwei sowie die Klassen drei und vier eine Lerneinheit. Ohne Erstklässler ist dies nun allerdings nicht mehr möglich.

„Alle sind sehr froh, dass das Schuljahr so begonnen werden konnte“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer. „Ich war sicher, dass es weitergeht“, sagt Harnisch. Denn vor Schuljahresbeginn hat sie die Eltern angerufen und nachgefragt, ob die Kinder kommen werden.

„Meine 17-jährige Tochter ist auch hier zur Schule gegangen“, sagt Carmen Schneider. Daher kennt sie die Schule gut. Von der Lehrerin Rosemarie Harnisch und den Lerngruppen ist sie überzeugt.

Beate Büttner freut sich, dass ihr Sohn das vierte Schuljahr an der Graburg-Schule beenden kann. Da sie erst zum dritten Schuljahr nach Weißenborn gezogen waren, hätten eine Schulschließung einen weiteren Schulwechseln in kurzer Zeit bedeutet. „Wir haben hier eine Schule und die soll schon hier bleiben.“ Auch Nico ist froh, dass er weiter in Weißenborn zur Schule gehen kann. „Ich muss nicht mit der Bus fahren“, sagt er. Das freut auch seine Oma Leonie Rimbach. „Ich bin auch schon hier zur Schule gegangen.“, ergänzt sie.

„Ich bin froh, dass es weitergeht“, sagt Nicole Eisenträger. Ihr Sohn ist der einzige Drittklässler der Schule. „Mein Mann und ich sind hier zur Schule gegangen.“ Der Vorteil: Zu ihrer Arbeitsstelle und zu den Großeltern kommt ihr Sohn zu Fuß. Eisenträger hoffe, dass auch ihr jüngerer Sohn in zwei Jahren die Graburg-Schule besuchen kann.

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