Windkraftanlagen auf dem Ringgauplateau stoppen: Offener Brief aus Weißenborn an Umweltministerin

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Vor diesem Schreckensszenario haben Gemeindevorstand und Gemeindevertretung Weißenborn Angst. Um die etwa 250 Meter hohen Windkraftanlagen zu verhindern, haben sie jetzt einen offenen Brief an Umweltministerin Priska Hinz geschrieben. Die Fotomontage soll maßstabsgetreu das Ausmaß darstellen.

Die Planungen für Windkraftanlagen auf dem Ringgauplaeteau stoppen: Das fordert die Gemeinde Weißenborn in einem offenen Brief an Umweltministerin Priska Hinz.

Der Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung von Weißenborn haben zusammen mit der Bürgerinitiative (BI) für ein ultimativ umweltfreundliches Hessenland (BIFUUHL) in einem offenen Brief einen eindringlichen Appell an die hessische Umweltministerin Priska Hinz gerichtet, die Planung einer Windkraftanlage auf dem Ringgauplateau zu stoppen. Als „oberste Hüterin der Umwelt und des Klimaschutzes“ solle sie an einer wirkungsvollen Energiewende arbeiten. Der Erhalt von intakten Ökosystemen sei einer der wertvollsten Beiträge zum Klimaschutz.

Große Teile des Ringgaus wurden in der Teilregionalplanung als größtes zusammenhängendes Vorranggebiet für Windkraft in Nordhessen ausgewiesen. Auf dem Windvorranggebiet ESW 035 bei Netra und dem angrenzende ESW 038 bei Rittmannshausen könnten etwa 30 Anlagen entstehen. Etwa 250 Meter hoch könnten sie sein und in nur 250 Metern Entfernung zum Naturschutzgebiet Graburg errichtet werden. Durch einen Zufall hatte die Gemeinde Weißenborn von dem beim Regierungspräsidium Kassel angehängten Verfahren erfahren.

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Die Unterzeichner des offenen Briefes – namentlich Reiner Dietrich, Thomas Mäurer, Rainer Janisch, Ute Rimbach, Uwe Schneider, Thomas Hoßbach, Marko Heckerodt, Andreas Faber, Anita Holzapfel, Michael Hoberock und Andrej Schindhelm verweisen insbesondere auf den besonders schützenswerten Bereich, in dem die Windanlagen entstehen. „Eine Ausweisung innerhalb des Naturparks bedeutet einen gravierenden Zielkonflikt“, heißt es in dem Brief, der unserer Zeitung vorliegt. Der Bau und Betrieb von Windindustrieanlagen und die Ausweisung als Naturpark würden sich „logisch ausschließen“. Da der Naturpark bereits fester Bestandteil der Region ist, sei der Stopp der Industrieplanung in den Augen der Verfasser ebenso logisch.

Sie verweisen in dem Schreiben außerdem darauf, dass die obere Naturschutzbehörde in Kassel ihr ausdrückliches Votum gegen die Vorrangflächen gegeben hatte. Diese „erheblichen Bedenken“ seien völlig ignoriert worden. Dietrich, Mäurer, Janisch, Rimbach, Schneider, Hoßbach, Heckerodt, Faber, Holzapfel, Hoberock und Schindhelm sehen durch die Windkraftanlagen eine akute Bedrohung des Geo-Naturparks und hoffen auf Hinz’ Unterstützung.

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