Menschlichkeit, Humor und Herz

Arno Mäurer, Ehrenbürgermeister der Gemeinde Weißenborn, wird heute 80 Jahre alt

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Feiert heute seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Freunde und Familie: Arno Mäurer. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Weißenborn ist noch heute hoch angesehen.

Weißenborn – Arno Mäurer, Ehrenbürgermeister der Gemeinde Weißenborn, wird heute 80 Jahre alt. 

Es gibt Menschen, zu denen jeder mindestens eine Geschichte zu erzählen weiß. Menschen, die sich selbst nie in den Mittelpunkt rücken, durch ihre Persönlichkeit aber alles überstrahlen. Arno Mäurer ist so jemand. Über 30 Jahre lang war er Bürgermeister der Gemeinde Weißenborn; heute feiert eines der wirklichen Originale des Werra-Meißner-Kreises seinen 80. Geburtstag.

Die Eckdaten seines Lebens – geboren im Jahr 1939, ausgebildet bei der Firma Sahm in Eschwege, Bürgermeister Weißenborns ab dem 6. Januar 1972 – müsste man, wollte man dem Jubilar eine Freude machen, wohl in Reimform gießen. Denn das Dichten, am liebsten natürlich in Weißenbörner Mundart, ist die große Leidenschaft Arno Mäurers – neben „seiner“ Gemeinde, versteht sich. Als seinerzeit jüngster Bürgermeister hat er Weißenborn geprägt, bis heute, und das mit dem nötigen Ernst und Verstand, in erster Linie aber mit Menschlichkeit, Humor und Herz.

„Kann der Zuschuss nicht bis zu 100 oder 120 Prozent betragen?“, war ein gern gebrauchter Satz bei Verhandlungen. Scherzhaft zwar – aber dennoch gewusst wie: Angebracht im persönlichen Gespräch mit den direkten Entscheidungsträgern, die noch bei Kreiswurstmeiser Willi Faber in Weißenborn schlachteten, war schnell ein vorteilhafter Deal ausgehandelt.

Bis in die überregionalen Medien geschafft hat es „Onkel Arno“ einst mit dem Kindergartenbus, den er in seiner Amtszeit morgens und mittags höchstpersönlich fuhr, um jedem Kind einen Betreuungsplatz zu garantieren. Vor und nach den begeistert-juchzenden „Schneller-Propeller“-Rufen wurde dann wieder Politik gemacht.

Gemeinschaft, Freundschaft, Familie – das ist für Arno Mäurer das Wertvollste im Leben. Auch nach der Aufgabe seines Bürgermeisteramts zum 31. Oktober 2002 aus gesundheitlichen Gründen wird er nicht müde, sich einzusetzen. Ob Männerwerkstatt oder Seniorenbewegung – Arno Mäurer ist unermüdlich im Einsatz. Das „Regieren“ überlässt er mittlerweile seinem Sohn Thomas Mäurer, der seine Werte verinnerlicht und fortsetzt – ganz im Sinne der Gemeinde Weißenborn. 

Arno Mäurer, der Freund 

Arno Mäurer hat noch heute Freunde aus Kindertagen.

Freundschaften sind ihm so wertvoll, dass er sie über ein ganzes Leben aufrecht hält. Nie würde Arno Mäurer einen Freund im Stich lassen, ungeachtet jeglicher Distanz. Einer, der sich seit Jugendtagen Freund nennen kann, ist Manfred Dietrich. „Ein Lieblingsplatz für Arno ist heute die Bank vor unserem Haus, auf dem sich Schulkameraden und Freunde oft treffen und über Gott und die Welt sprechen“, sagt der Weißenbörner mit einem Lächeln. Und wenn Hilfe gebraucht wird, ist Arno Mäurer auch mit 80 Jahren noch zur Stelle – gern auch handfest mit Autoanhänger „Klaufix“ und Handfräsmaschine „Hacko“. 

Arno Mäurer, der Sportler

Arno Mäurer und der Turn- und Sportverein (TuS) 1912 Weißenborn – das ist eine untrennbare Einheit. Bis heute unvergessen sind Schlagzeilen wie „Arno Mäurer schießt Völkershausen ab“ – das aber selbstverständlich nur auf dem Großfeld. Dort wurden über Jahrzehnte die heute legendären Spiele ausgetragen – immer mit Leidenschaft voran: Arno Mäurer. „Einer der Besten, die wir je hatten“, lobt Theo Koch, 82 Jahre alt und mit Arno Mäurer ein ganzes Leben lang in Freundschaft verbunden. Stark als Läufer und unwiderstehlich im Torabschluss, brachte der heute 80-Jährige seinen Verein nach vorn. „Viel gereist“ wurde in der Zeit, erinnert sich Theo Koch, zu Spielen und Wettkämpfen, „in der Rückschau ganz einfach große Klasse“. Das intakte Vereinsleben, der damit einhergehende Zusammenhalt und das einmalige Gemeinschaftsgefühl in Weißenborn – das ist nur einer der hohen Verdienste Arno Mäurers um seine Gemeinde. Dafür eingestanden hat er mit seiner gesamten Freizeit, hat jeden Verein persönlich unterstützt – und dabei den Humor nie vergessen. „Nur die Landfrauen wollten mich nicht“, sagt der Jubilar etwa mit einem Lächeln. Doch für Arno Mäurer hätten auch sie sicher eine Ausnahme gemacht.

Leidenschaftlicher Handballer: Arno Mäurer mit seiner Mannschaft auf einem undatierten Foto.

Arno Mäurer, der Familienmensch

Arno und Ursula Mäurer, hier bei ihrer goldenen Hochzeit.

Bürgermeister mit Leib und Seele, über alle Maßen engagiert im Vereinsleben – viel Zeit für die Familie bleibt da nicht. Ursula Mäurer aber ist eine Frau, die ihrem Mann mindestens ebenbürtig ist. Hürden haben sie gemeinsam gemeistert: den Umbau des Familienhauses etwa und auch finanziell schwierige Zeiten zu Beginn des Bürgermeisteramts. Ihr schönster Lohn: eine Familie mit zwei Söhnen, drei Enkeln und mittlerweile sogar einem Urenkel.

Wer Arno Mäurer gratulieren möchte, kann das am heutigen Donnerstag ab 11 Uhr bei ihm zuhause, Rambacher Straße 10 in Weißenborn, tun. Einjeder ist ihm herzlich willkommen.

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