„Händewaschen ist nicht schwer“

Besuch in Weißenborn: Kindergärten starten wieder in den Regelbetrieb 

+
Für die Krippenkinder der Zwergenstube auf dem Mattsberg gehört häufiges Händewaschen mittlerweile zum Alltag. 

Kleine, pummelige Kinderhändchen werden nach oben gestreckt und aneinander gerieben, dazu trällern die Erzieher das mittlerweile gut bekannte Händewasch-Lied „Händewaschen ist nicht schwer“.

Draußen wie drinnen wird auf Abstand geachtet, Kinder erinnern sich gegenseitig daran, dass man lieber Winken statt Umarmen sollte – seit Montag vergangener Woche haben die Kindergärten deutschlandweit wieder für alle Kinder geöffnet.

Während zu Beginn der Corona-Krise hierzulande anfangs die Kindergärten erst mal schließen mussten, öffneten sie sich nach und nach für immer weitere Berufsgruppen, bis sie schließlich nun wieder ganz in den sogenannten Regelbetrieb übergegangen sind. „Wir hatten im Endeffekt nur eine Woche wirklich geschlossen. Danach kamen schon die ersten Kinder von Familien mit systemrelevanten Berufen und gen Ende hin hatten wir bereits über die Hälfte unserer Kinder wieder hier“, erzählt Martina Mester, Kindergartenleiterin in Weißenborn. Mit derzeit 29 Kindern und zwei Gruppen ist die Zwergenstube auf dem Mattsberg eine eher kleine Einrichtung, wovon sie aktuell mit Blick auf die Abstandsregelungen profitiert.

Kinder haben Regeln verinnerlicht 

Aber Martina Mester weiß auch, dass gerade die größeren Kinder die neuen Regeln wohl verinnerlicht haben, diese im Kindergarten-Alltag aber naturgemäß nicht immer umsetzbar sind. „Kinder kommen sich einfach nah. Wir versuchen daher, so viel wie möglich rauszugehen und auf Toben in geschlossenen Räumen zu verzichten.  Auch Erzieherin Nicole Freund redet mit den Kindern über das Virus: „Die Kinder sind sehr interessiert und passen bei dem Thema besonders gut auf.“ Alles in allem finden aber beide Erzieherinnen, dass sich nun der Alltag wieder recht normal anfühlt. Das entgegengebachte Verständnis vonseiten der Eltern spielt dabei für Mester und ihr Team eine wichtige Rolle.

Geflissentlich: Die Großen nehmen das Waschen ernst.

„Bei uns dürfen die Eltern weiterhin den Kindergarten nicht betreten. Damit haben wir während der Notbetreuung gute Erfahrungen gemacht. Besonders die Kinder machen da toll mit.“ Bei Krankheitsfällen setzen die Kindergärten momentan auf Besonnenheit. „Kranke Kinder gehörten auch schon vorher nicht in den Kindergarten. Hat ein Kind nun Fieber oder andere Krankheitserscheinungen muss es beobachtet werden. Ist es 48 Stunden lang frei von Symptomen, kann es zurück in den Kindergarten“, so Mester.

Ständiger Kontakt zu Schützlingen 

Auch während der Notbetreuung hielt der Kindergarten ständig Kontakt zu seinen Schützlingen, es wurde geschrieben und telefoniert, ein Kreis aus bunt bemalten Steinen bei der Kirche gelegt, Bastelaufgaben verteilt und Osterpräsente vorbeigebracht.

Viele der Erzieherinnen begannen in dieser Zeit ein neues Projekt: Masken nähen. „Wir haben über 500 Masken genäht und diese beim Bäcker um die Ecke ausgelegt“, so Martina Mester. Gegen eine kleine Spende konnte man sich eine Maske mitnehmen. Rund 2000 Euro kamen so zusammen, die nun, wenn es nach dem Kindergarten geht, in einen motorisierten Kinderwagen für die Krippenkinder investiert werden sollen.

Dank für Masken 

„Aus dem ganzen Dorf fanden Stoffreste und Gummibänder ihren Weg zu uns und die Leute haben unsere Masken dem Bäcker förmlich aus den Händen gerissen. Das war ganz toll und dafür möchten wir uns herzlich bedanken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare