Britta Kennon und ihre Gesangvereine unterstützen Emily-Sophie mit einem Konzert

Stimmlich beeindruckend: die Frauen des gemischten Chores Quartett Niederdünzebach. Foto: Harald Triller

Kleine Chöre, aber eine große Geste. Unter dieser Überschrift stand das Benefizkonzert, das am Samstag in der Kirche von Rambach stattgefunden hat.

Schon die Begrüßung von Pfarrer Rüdiger Pütz ist aufgrund seiner einfühlsamen Worte unter die Haut gegangen: „Britta Kennon hat sich noch am Tag, als der erste Artikel über das schwere Los, das Emily-Sophie Schweinsberg aus Rambach zu ertragen hat, in der Werra-Rundschau zu lesen war, bei mir gemeldet und ihre Hilfe in Form eines Benefizkonzertes mit ihren beiden Chören aus Orferode und Niederdünzebach angeboten. Ich habe sofort gespürt, dass wir hier in Rambach nicht alleine sind, sondern, dass die Hilfe für die 15-Jährige, die seit vier Jahren gegen Hirntumore ankämpft, von vielen Seiten kommt“, zeigte sich Rüdiger Pütz von der Welle der Hilfsbereitschaft beeindruckt.

„Aus den Reihen meiner beiden Vereine, bei denen ich seit Jahren Chorleiterin bin, wurde mir seitens der aktiven Mitglieder sofort signalisiert, dass sie mit im Boot sind“, so Britta Kennon, die das weihnachtliche Programm zusammengestellt hat und dabei auf Ute Schmidt und Ellen Lieberknecht bauen konnte, die vier klassische Weihnachtslieder (Stille Nacht, Kling Glöckchen, Süßer die Glocken, Vom Himmel hoch) auf ihren Blockflöten anstimmten. Natürlich animierte Britta Kennon die Konzertbesucher zum Mitsingen, so war aus dem Nichts ein großer Chor geboren.

Erstaunlich, was die Chöre trotz kleiner Anzahl an Aktiven zu Gehör brachten. Da war jeder Einzelne mit seiner persönlichen Stimme gefordert, um einen großartigen Klangkörper zu bilden. Und die Schlagfertigkeit von Britta Kennon war ebenfalls eindrucksvoll. Wenn etwas nicht auf Anhieb klappte, so mit ihrem Echo-Lautsprecher „Alexa“, der für Hintergrundmusik sorgte, oder sie die falsche Tonlage vorgegeben hat, nahm sie die Korrektur mit Situationskomik der Extraklasse vor. So ist das Benefizkonzert nicht in die Kategorie „tierisch ernst“ versunken, sondern war mehr von kollektiv lustiger und vor allem unbekümmerter Unterhaltung bestimmt.

Sichtbar und natürlich hörbar war festzustellen, dass sich der Männergesangverein Orferode in Glanzform präsentierte, was die nur elf Aktiven nutzten, um ein zusätzliches Lied zu singen. Und diese Klasse kam dann bei der von Beethoven geschriebenen Hymne an die Nacht zum Tragen. Auch der gemischte Chor Quartett Niederdünzebach konnte nur auf ein Dutzend Sängerinnen (acht) und Sänger (vier) zurückgreifen, was aber keineswegs das Klangbild beeinträchtigte, gerade die hohen Stimmen der Frauen sorgten im wahrsten Sinne des Wortes für die besondere Note.

Und dann war ja da auch noch Britta Kennon, die mit ihrer göttlichen Stimme bei den Solovorträgen glänzte, besonders bei den Liedern aus dem Märchen drei Haselnüsse für Aschenbrödel „Küss mich, halt mich, lieb mich“ sowie bei O Holy Night, mit dem sie den Schlusspunkt setzte.

Passend zum Thema erzählte Rüdiger Pütz eine Geschichte, die er als Lebens-Genuss-Flash-Mob bezeichnete und die zum Inhalt hatte, wie man sich gegenüber den Mitmenschen bei lebensbedrohlichen Krankheiten verhalten sollte. Und er konnte von der Familie Schweinsberg berichten, dass Emily-Sophie, die sich derzeit in Göttingen befindet, Weihnachten im Kreis ihrer Familie verbringen darf. Und natürlich hatte er am Ausgang der Kirche eine Spendenbox aufgestellt.

Von Harald Triller

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