Drei auf einen Streich: Teure Straßensanierungen in Weißenborn

Weißenborn – Die Rambacher Straße in Weißenborn ist in einem desolaten Zustand – in erster Linie unter der Erde. Wasser- und Kanalleitungen, Gehwege und Anliegeranschlüsse werden daher nun grundhaft erneuert – Baustart soll bereits im Frühjahr sein. Im Zuge des größten Straßenbauprojekts der Gemeinde in diesem Jahr werden auch die Wasserleitungen der Mittelgasse und eines Teils der Bachstraße saniert.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Stemmt die Gemeinde Weißenborn das Projekt im Alleingang?

Nein, erklärt Bürgermeister Thomas Mäurer vor der versammelten Gemeindevertretung am Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus von Rambach. Die Maßnahme sei ein Gemeinschaftsprojekt mit Hessen Mobil. „Bemüht haben wir uns bereits seit sechs Jahren darum“, sagt Thomas Mäurer. Im Zuge aktueller Gespräche mit Hessen Mobil habe das Unternehmen Bereitschaft signalisiert, neben der Rambacher Straße auch Mittelgasse und Bachstraße grundhaft zu erneuern.

Ist eine Aufteilung der Maßnahme möglich?

„Eine Aufteilung oder gar Verschiebung des Straßenbauprojekts ist nicht möglich“, erläutert der Bürgermeister. Denn: Wenn innerorts nichts im Verbund mit Hessen Mobil passiere, würden einige Meter mehr der außerörtlichen Straße Richtung Rambach saniert. „Innerorts aber bliebe alles, wie es ist“, sagt Thomas Mäurer.

Warum sind Mittelgasse und Bachstraße überhaupt mit aufgenommen worden?

Untersuchungen der Wasser- und Abwasserleitungen in den beiden Straßen, Gespräche mit den Stadtwerken sowie Recherchen in eigenen Archivunterlagen hätten ergeben, dass die Wasserleitungen in Mittelgasse und Bachstraße bei der letzten Sanierung in den 1990er-Jahren in großen Teilen nicht erneuert wurden. „Somit ist das Wasserleitungsnetz in diesem Bereich teilweise 60 Jahre und älter“, sagt Thomas Mäurer. Die Kanalleitungen seien laut der Untersuchungsergebnisse zwar nicht mehr wie neu, jedoch in einem guten Zustand. „Bei Bedarf könnten die Kanalleitungen mit einem Inliner zu gegebener Zeit repariert werden.“

Worin liegt die Chance in der Zusammenarbeit mit Hessen Mobil?

„Der Gemeindevorstand sieht darin das Potenzial wohl einmaliger Synergieeffekte“, sagt der Bürgermeister. Dennoch werde die Maßnahme ein finanzieller Kraftakt für Weißenborn.

Wie sollen die Arbeiten finanziert werden?

Rund 310 400 Euro werden, ersten Kalkulationen zufolge, an Kosten auf die Gemeinde Weißenborn zukommen. Die Finanzierung ist noch nicht endgültig geklärt. „Durch den mehrheitlichen Beschluss durch die Gemeindevertretung wurde die Straßenbeitragssatzung Weißenborns im Dezember abgeschafft“, erinnert Thomas Mäurer.

Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Denkbar wäre beispielsweise eine moderate Anpassung der Grundsteuer, um die Straßenbaumaßnahme zu unterstützen, falls aus dem originären Haushalt nicht genug Geld zur Verfügung steht. Gegebenenfalls könnten auch Mittel aus der Hessenkasse, die der Gemeinde zufließen, in das Projekt eingebunden werden. " TEXT UNTEN

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