Eltern sollen entlastet werden

Fragen und Antworten: Sechs Stunden kostenlose Kita-Betreuung in Weißenborn

Weißenborn. Eltern von Kindern ab drei Jahren in Weißenborn sollen bis zu sechs Stunden täglich vom Kosten- und Teilnahmebeitrag der Kindertagesstätten freigestellt werden.

Auch in Weißenborn wird die teilweise Gebührenfreistellung in den gemeindlichen Gremien diskutiert. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Besonderheiten, die sich dazu in der kleinsten Gemeinde Hessens ergeben.

Was sieht der Gesetzgeber für die Kitagebühren vor?

Der Hessische Landtag hat mehrheitlich den Entwurf der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen für ein Gesetz zur Änderung des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuchs beschlossen. Von August 2018 an soll die Halbtagsbetreuung demnach bis zu sechs Stunden für die Eltern kostenfrei sein. Die Landesförderung beträgt 1627,20 Euro pro Jahr und Kind; das sind 135,60 Euro pro Monat/Kind.

Wie sieht die Lage in Weißenborn aus?

In der Kindertagesstätte „Zwergenstube auf dem Mattsberg“ in Weißenborn besteht kein Modul, das eine Sechs-Stunden-Betreuung vorsieht. Angeboten worden sind bislang 5,5-, 7,5- und 8,5-Stunden-Module. „Bei einer Hochrechnung der aktuellen Gebührensätze im Kindergarten auf die sechs Stunden liegen wir bei monatlichen 130,91 Euro“, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer.

Wie wurden die Eltern bislang beteiligt?

22 Eltern haben sich an einer Umfrage beteiligt. Zwei Varianten standen zur Wahl. 14 Eltern entschieden sich dafür, die bisherigen Öffnungszeiten (ab 7.30 Uhr) beizubehalten. Lediglich für acht Elternteile war Variante zwei, welche eine Erweiterung der Öffnungszeiten (ab 7 Uhr) vorsieht, von Interesse. Diese Bedarfsabfrage war zuvor im Haupt- und Finanzausschuss angeregt worden.

Wie wird die Gemeinde nun weiter vorgehen?

Die Benutzungssatzung für die Kindertagesstätte „Zwergenstube auf dem Mattsberg“ ist anzupassen. Außerdem muss die endgültige Gebühr für die Sechs-Stunden-Betreuung festgesetzt werden. Denn laut eines Informationsschreibens des Regierungspräsidiums Kassel darf selbige auch über dem vom Land geförderten Betrag von 135,60 Euro liegen (siehe Beispielrechnung).

Wie würden sich die Gebühren entwickeln, wenn die aktuelle Beitragssatzung einfach beibehalten wird?

Sechs Stunden Betreuung kosten 130,91 Euro – pro Stunde also 21,82 Euro. Angenommen, berechtigte Eltern buchen das 8,5-Stunden-Modul, hieße das: • 5,5 Stunden: gebührenfrei + 0,5 Stunden: gebührenfrei + 2,5 Stunden: 54,55 Euro (21,82 Euro mal 2,5 Stunden). Im Monat wären in diesem Fall aufgerundet 60 Euro von den Eltern zu zahlen.

Rubriklistenbild: © dpa-avis/Rolf Vennenbernd/Archiv

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