Garten der Begegnung

Urbanes Gärtnern auf dem Lande: In Weißenborn wird gemeinschaftlich angepflanzt und geerntet

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Hier hat jeder sein eigenes Stück Garten: Ideengeberin Anne Viehl (rechts) hier mit (von links) Anna-Katharina Knapcke sowie Freydoun und Marzieh Karimi im Garten der Begegnung.

Eigentlich kennt man das nur aus Großstädten: In Stadtvierteln entstehen kleine grüne Oasen, in denen Menschen zusammen Obst und Gemüse anbauen.

Unter dem Schlagwort Urbanes Gärtnern erleben so Dächer und Hinterhöfe eine Renaissance als gemeinschaftliche Gärten, die gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Stärkung der Nachbarschaft, frisches Gemüse und Obst ernten sowie mehr Grün in die Stadt bringen sind nur einige davon.

Doch wieso sollte man so etwas in einem ländlichen Ort wie Weißenborn umsetzten? Aus vielen Gründen, wie Anne Viehl, die die Idee für den Garten hatte, erzählt. Gärtnern ist seit Jahrzehnten ihre Leidenschaft, doch das allein war nicht der Auslöser: „Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, wie wir in unserem Dorf Einheimische und Geflüchtete zusammenbringen können. Und da kam mir bei einem Spaziergang die Idee.“ 

Ehemaliger Schulgarten 

Denn ihre Route führte sie auch immer am ehemaligen Schulgarten vorbei, der nur noch eine grüne Wiese war. Sie stellte kurzerhand ihre Idee Bürgermeister Thomas Mäurer vor, der das Projekt unterstützte und ihr die Fläche, die der Gemeinde gehört, zur Nutzung überließ. In einer gemeinschaftlichen Hauruck-Aktion erschafften die Weißenbörner so einen Garten, der für alle offen ist. „Wir haben ihn Garten der Begegnung getauft, da er gleich hinter unserer ehemaligen Schule liegt, die nun ein Haus der Begegnung ist.“ 

Zusammen pflegen hier Rambacher, Weißenbörner und Geflüchtete ihre Gartenstücke. Ganz neu dabei ist Anna-Katharina Knapcke, die sich über ihre ersten Kohlrabis und die wachsende Kaugummi-Pflanze freut. Im Gartenstück der Familie Karimi finden sich Besonderheiten wie afghanischer Kürbis und Saubohnen. „Wir ziehen unsere Samen selbst, so wie wir es auch schon in Afghanistan gemacht haben“, erzählt der 18-jährige Freydoun Karimi. Hobbygärtnerin Anne Viehl steht Neugärtnern gerne mit Rat und Rat zur Seite. „Wir legen hier viel Wert auf ökologisches Gärtnern und setzen nur umweltverträgliche Dünger ein.“ 

Gewohnter Gang trotz Corona

Während vor Corona auch Picknicks und Feste auf dem Programm standen, müssen die gerade ausfallen. Davon abgesehen geht das Gärtnern seinen gewohnten Gang. „Wir haben hier sehr gute Erfahrungen mit dem Projekt gemacht und geben diese gerne an andere weiter“, so Viehl. Wer Interesse hat, kann sich gerne an die Gemeinde Weißenborn wenden.

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