Beim Anspannertreffen kennengelernt 

Im Rindergespann zur Trauung: Paar aus „Bauer sucht Frau“ wird von Weißenbörnern gefahren

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Ganz privat und ohne Rummel: Für Rinderwirt Norbert und seine Frau Petra (links) ging es mit dem Ochsengespann der Familie Döring (rechts Gerhard Döring) durch die Gemarkung der Gemeinde Weißenborn.

Weißenborn - Mit dem Rindergespann zum Traualtar: Dieser Herzenswunsch ist für Petra in Erfüllung gegangen. Die 50-Jährige hat ihren heutigen Ehemann, Rinderwirt Norbert, bei der RTL-Kuppelshow Bauer sucht Frau kennengelernt. Gefahren wurden sie  vom Ehepaar Döring aus der Gemeinde Weißenborn.

Ungewöhnlich ist die Geschichte des frischgebackenen Ehepaars Petra und Norbert allemal. Kennen- und liebengelernt haben sich die beiden unter Dauerbegleitung von Kamerateams bei der RTL-Kuppelshow Bauer sucht Frau. Ein Millionenpublikum verfolgte die Romanze des Paars, das nun den Bund fürs Leben schloss – und das mindestens genauso ungewöhnlich: Sehnlichster Herzenswunsch der Braut nämlich war es, mit einem Ochsengespann zu ihrer Trauung gefahren zu werden. Gern erfüllt haben ihr diesen Gerhard und Michaela Döring aus der Gemeinde Weißenborn.

Kennengelernt haben sich Petra und das Ehepaar Döring vor zwei Jahren bei einem Anspannertreffen rund um das Kloster Lorsch (Kreis Bergstraße). Landwirtschaft, Tierhaltung und eine Leidenschaft für das Mittelalter – gemeinsame Interessen gab es reichlich, und so gingen die neuen Freunde auseinander mit Petras Bitte, dass – „falls sie einmal Hochzeit feiern würde“ – sie von den Dörings zum Standesamt gefahren werden wolle.

„Wir wussten nicht, dass Petra Teilnehmerin der RTL-Sendung war“, sagt Gerhard Döring, der ihr den Wunsch selbstverständlich nicht abschlug. Nach einem weiteren, zufälligen Treffen bei einem Anspannertreffen in Österreich wurde es dann konkret: Der Hochzeitstermin stand, die Dörings sagten zu, reisten in Mittelaltergewändern mit ihrem Gespann an – und fanden sich plötzlich inmitten von RTL-Dreharbeiten im Mittelalterdorf Bokenrode wieder.

Aufwendig gestalteten sich die Dreharbeiten, mitunter auch stressig und fremdgeplant. „Petra wollte die Fahrt also noch ein zweites Mal für ihren Mann möglich machen – ganz privat, ganz in Ruhe, ganz ohne Medienrummel“, berichtet Michaela Döring. Gemeinsam wird die Überraschung geplant, und rund zwei Monate nach der Hochzeit sind Norbert und Petra zu Gast in Weißenborn. „Vorgeblich, um eine Glucke abzuliefern“, sagen Michaela und Gerhard Döring.

Überglücklich sei Rinderwirt Norbert gewesen, als er mit seiner frisch Angetrauten die Fahrt durch die Gemarkung Weißenborns genießen konnte. Bis heute stehen die beiden Paare in Kontakt – aus tiefer Verbundenheit, und ganz ohne Kameras.

Norbert und Petra lernten sich 2015 kennen

Rinderwirt Norbert (54) hat im Jahr 2015 an der RTL-Kuppelshow Bauer sucht Frau teilgenommen und so Petra (50) kennengelernt. Schon während der von Kamerateams begleiteten Hofwoche funkte es zwischen den beiden gewaltig, und wenige Monate später wohnte Petra bereits bei ihrem Norbert auf dem Hof. Am 11. Mai dieses Jahres schließlich heirateten die beiden unter dem Motto „Mittelalter“ im Mittelalterdorf Bokenrode (Fürstenberg bei Uslar). Vor 80 Gästen gaben sich die beiden bei einer freien Trauung das Jawort. Damit sind Norbert und Petra das 29. Bauer-sucht-Frau-Paar, das den Bund fürs Leben eingegangen ist.

Rätisches Grauvieh

Unterwegs wie zu alten Zeiten: Statt Pferden spannt Gerhard Döring Rinder vor seine Kutsche. Gemeinsam mit seiner Frau Michaela hat sich der Weißenbörner der Zucht der handzahmen Schweizer Rasse Rätisches Grauvieh verschrieben – als einer von nur sechs Züchtern in Deutschland. Gerhard Döring hat sich im Laufe der Jahre als Experte und Ansprechpartner in Sachen Zucht und Beurteilung etabliert. „Bonsaikühe“, sagt Döring, würde das Rätische Grauvieh oft scherzhaft genannt. Grund ist die vergleichsweise geringe Widerristhöhe der Tiere: Nur 1,27 Meter hoch werden sie. Aus „reinem Blödsinn“ sei 2006 die Idee entstanden, die zahmen und genügsamen Tiere auch anzuspannen. „Doch es funktioniert hervorragend“, sagt Döring. Bis zu 16 Wochenenden im Jahr ist das Weißenborner Ehepaar nun wie zu alten Zeiten unterwegs – auf Mittelalter- und Bauernmärkten, landwirtschaftlichen Veranstaltungen, Hochzeiten und Festen – und dabei stets in der passenden Gewandung. 

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