Ein Zuhause für die Ortsgeschichte

100 Dinge, die wir in der Region mögen: Das Heimatmuseum

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In traditioneller Weißenbörner Tracht: Pauline Hesse (links) und ihre Großmutter Monika Heinisch tragen Originalstücke. In der Schlafstube des Heimatmuseums sind weitere Kleidungsstücke ausgestellt. Auch traditionelle Werkzeuge wie Nähmaschinen (kleines Bild) finden sich dort.

Weißenborn. Lieblingsorte, Lieblingserlebnisse und Lieblingsspeisen - die Werra-Rundschau nimmt Sie in der Serie „100 Dinge, die wir an der Region mögen“ mit auf eine Heimat-Entdeckungstour für alle Sinne.

Die gute Stube des Heimatmuseums Weißenborn wirkt, als wären die Bewohner des Gebäudes am historischen Kirchring gerade erst ausgezogen. Wertvolle Werra-Keramik steht wohlgeordnet in den Schränken, der rustikale Eichentisch ist liebevoll gedeckt. „Die Ausstellungsstücke stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert“, sagt Monika Heinisch, langjährige Vorsitzende des Heimatvereins Weißenborn. „Gezeigt werden ausschließlich Gebrauchsgegenstände, die bis zum Zweiten Weltkrieg auch täglich von den Weißenbörnern genutzt wurden.“

In den verschiedenen Themenbereichen Küche, Schusterwerkstatt, Wohnstube und Schlafzimmer finden sich zeitgenössische Stücke, welche die Mitglieder des Heimatvereins, der seit 2009 von Edeltraud Rimbach geleitet wird, in mühevoller Arbeit zusammengetragen haben. „Wir haben auf Dachböden und in Scheunen gestöbert und Möbelstücke, Garderobe sowie Werkzeuge gefunden“, erinnert sich Heinisch. Viele gut erhaltene Sachen, wie etwa Leinenhemden, seien dem Verein auch gespendet worden. Sogar ein Klassenzimmer mit Pulten findet sich im Obergeschoss. Erinnert wird auch an die innerdeutsche Grenze.

„Seit 1903 wohnte die siebenköpfige Familie Dietzel in dem Haus“, sagt Ludger Arnold. Nach dem Tod der Eltern und dem Wegzug der Töchter verfiel das Gebäude, bevor es 1986 der Gemeinde geschenkt wurde. „Im Zuge der ersten Dorferneuerung wurde das Haus abgerissen und als Heimatmuseum neu aufgebaut“, erinnert sich Arnold. Nach zahlreichen ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde es im Jahr 1994 schließlich eingeweiht.

• Das Museum kann in Absprache mit dem Heimatverein besichtigt werden. Auch zur 650-Jahr-Feier des Orts, die am 28. August beginnt, wird es begehbar sein.

Von Emily Spanel

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