US-Amerikaner Kurt Weidner auf Spurensuche nach seinem Urgroßvater aus Datterode

Besuch aus Colorado

Philipp Jacob mit Familie in Philadelphia um 1900. Foto: privat

Datterode. Besuch aus den USA hat Datterode unlängst bekommen: Kurt Weidner aus Colorado wandelte mit seiner Familie auf den Spuren seiner Vorfahren. Schon länger hatte er in Kontakt mit dem örtlichen Heimatverein gestanden. Im September nahm er mit seinen Kindern Matthew, Christopher und Kirsten die Reise auf sich.

Weidners Urgroßvater, Philipp Jacob, wurde 1864 in Datterode als eines von neun Kindern des Schlagmüllers Johannes Jacob und seiner Frau Anna Catharina, geb. Lange, („Schlomell’n“) geboren. Mit 20 wanderte er in die USA aus und lebte, wie so viele Auswanderer aus Deutschland, in Philadelphia. Er heiratete und bekam drei Kinder. Das jüngste war die Großmutter von Kurt Weidner.

Nicht zuletzt bedingt durch die Nazi-Herrschaft in Deutschland und den Zweiten Weltkrieg lernte Kurts Vater kein Deutsch mehr, sodass auch Kurt, der mit seiner Familie erst vor fünf Jahren von Philadelphia nach Colorado zog, zu seinem Bedauern heute lediglich einige Wörter in deutscher Sprache kennt, aber fleißig übt.

Bei einem Rundgang durch das Dorf konnten die Heimatvereinsmitgliedern ihren Besuchern die Häuser ihrer Vorfahren - namentlich der alten Datteröder Familie Jacob und Wieditz - zeigen. Im Geburtshaus ihres Ahnen Philipp Jacob ermöglichte der jetzige Bewohner einen Rundgang, der einmal mehr die räumlichen Verhältnisse einer längst vergangenen Zeit eindrucksvoll vorführte.

Obwohl die Müller des Dorfes zu den wohlhabenden Einwohnern gehörten (letztlich reichen die Wurzeln der Jacob-Ahnen in alle drei ehemaligen Müllerfamilien von Datterode hinein), war doch Bescheidenheit bei viel körperlicher Arbeit angesagt. Wer dann wie Philipp als neuntes Kind im Haus aufwuchs, hatte sein Glück an anderer Stelle zu suchen. Er fand es in den USA.

Nach dem ausgiebigen Gang durch Dorf und Geschichte, dem obligatorischen Foto am „Gänsekerle-Denkmal“ und mit vielen Eindrücken versehen, fand das Zusammentreffen in fröhlicher Plauderrunde sein Ende. Ein weiterer Besuch ist nicht ausgeschlossen, wie allen deutlich wurden. (WR)

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