VR-Bank und Sparkasse bauen Geldautomaten ab – Geld gibts künftig nur an der Kasse

Butter, Milch und Bargeld, bitte!

(Bank)-Kaufmann: Klaus Beran gibt im Marktwert künftig nicht nur Wechselgeld heraus. Ab einem Einkauf von 20 Euro können Kunden Geld vom Konto abheben. Foto: wrs

Datterode. „Wir bedauern die Entscheidung natürlich sehr, schließlich passten die Geldautomaten gut in unser Konzept eines integrierten örtlichen Versorgungszentrums“, kommentiert Stellenwert-Geschäftsführer Matthäus Mihm den Rückzug der Geldinstitute VR-Bank und Sparkasse aus dem Vorraum des Marktwert.

Noch bis zum 31. August können Kunden von Sparkasse und VR-Bank hier Bargeld abheben und Kontoauszüge holen, ab dem 1. September ist allerdings Schluss. „Die Verfügungen sind so gering, dass es sich für uns einfach nicht mehr lohnt, unseren Geldautomaten hier zu betreiben“, erklärt VR-Bank-Chef Stefan Fross, der eigens nach Datterode gekommen war, um den Schritt der Bank zu erklären. „Sie müssen bedenken, ein Geldautomat kostet rund 20 000 Euro im Jahr. Er muss bestückt und gewartet werden, verbraucht Strom, benötigt einen Datenanschluss und muss versichert sein“, erklärt Fross.

In Datterode würden im Monat etwa 1300 Verfügungen getätigt, das sei einfach zu wenig, zumal mit Netra und Reichensachsen weitere Bankfilialen in der näheren Umgebung stünden, so Fross.

Der Kritik, VR-Bank und Sparkasse hätten als regionale Banken für ein gutes Versorgungsnetz zu sorgen, entgegnet Fross, dass die Versorgung dennoch gut sei. „Wir müssen ein großes Gebiet versorgen, gleichzeitig gehen unsere Erträge zurück. Es ist für uns also ein Spagat nötig. Dennoch muss ein Automat zumindest kostendeckend betrieben werden“, erklärt Fross.

„In der Sparkasse ist der Beschluss, die Automaten abzubauen, Teil unserer Neuaufstellung. Nach zehn Jahren haben wir erstmals wieder Filialen auf den Prüfstand gestellt. Wir werden zum Ausgleich jedoch künftig jeden Freitagvormittag mit der Überlandsparkasse in Datterode halten“, verspricht Sparkassensprecher Ulrich Siebald. „Wirtschaftlich kann ich die Entscheidung nachvollziehen, deshalb haben wir uns Gedanken über eine Alternative gemacht“, erklärt Mihm.

Ab sofort können Kunden an der Supermarktkasse auch Bargeld bis zu 200 Euro abheben. Allerdings nur während der Öffnungszeiten und erst ab einem Einkauf von 20 Euro. „Das schreibt das Gesetz vor, sonst müsste Rewe eine Banklizenz haben“, sagt Mihm.

Von Wolfram Skupio

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