In Renda betreiben ehrenamtliche Helfer eine Grillhütte - Das Material für den Ausbau steuert die Gemeinde bei

Freiwillige übernehmen das Ruder

Bürgermeister Klaus Fissmann (Zweiter von links) und Ortsvorsteher Ingo Eichholz (Dritter von rechts) sind stolz auf ihre „Rentnerband“, die in gut 500 gemeinnütziger Arbeitsstunden die Terrasse vor der Grillhütte erweiterte und zwei Stehtische baute. Foto: Bettinger

Renda. Auch wenn sie ihm manche Nachtruhe nehmen: Ohne seine ehrenamtlichen Helfer wäre Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann in vielen Bereichen aufgeschmissen. Neuestes Beispiel hierfür ist der Dorfpark in Renda.

Eine Gruppe von Freiwilligen im Alter von zwölf bis 77 Jahren hat dort das Pflaster vor der Grillhütte erweitert und zwei Stehtische gezimmert. Das Material in Höhe von 3500 Euro hatte die Gemeinde den fleißigen Baumeistern zur Verfügung gestellt.

Geplant wurde der Dorfpark, der sich nur knapp oberhalb der Ortsmitte befindet, bereits Ende der 70er Jahre. Unter Federführung des damaligen Bürgermeisters Herbert Grüneberg legten die Anwohner einen Bolzplatz an. Später kam die massive Holzhütte mit knapp 40 Quadratmetern hinzu. Die Materialkosten von 35 000 DM hatte auch damals die Gemeinde übernommen.

Wieder ein paar Jahre später gesellte sich ein großer Kinderspielplatz hinzu, der zum größten Teil mit Geldern des Deutschen Kinderhilfswerks finanziert wurde. Und wieder waren es Ehrenamtliche, die buddelten und schraubten.

„Ohne Ehrenamtliche könnten wir vieles nicht mehr realisieren“, sagt Fissmann. Das Material zu stellen, fährt er fort, sei dabei oberste Pflicht. Das müsse jede Kommune stemmen können, so der Verwalter einer der klammsten Kommunen im Werra-Meißner-Kreis.

Im August hatten die fleißigen Helfer angefangen, die Terrasse vor der Grillhütte zu erweitern. „Es war kein Zustand mehr, dass die Sitzbänke auf matschigem und leicht abschüssigem Untergrund standen“, erinnert sich Ortsvorsteher Ingo Eichholz. Geplant war zunächst, das Pflaster nach vorne hin zu erweitern. Ein paar Bäume wurden gefällt, Gruben gefüllt.

„Ohne Ehrenamtliche könnten wir vieles nicht mehr realisieren und erhalten.“

Klaus Fissmann

Dann wachte der Bürgermeister eines Morgens auf, und die Terrasse war um dieselbe Größe auch in die Breite gewachsen. „Da habe ich erst mal gestaunt, aber das zusätzliche Material konnten wir günstig beschaffen, und jetzt ist es gut so, wie es ist“, kommentiert er den Eifer der Rendaer.

Deren Prinzip ist denkbar einfach: Innerhalb des Fördervereins ländlicher Strukturen halten sie Grillhütte und Spielplatz laufend in bestem Zustand und vermieten das Gebäude an Vereine, Firmen und Privatpersonen. „Im Schnitt haben wir 50 Vermietungen pro Jahr“, sagt Eichholz. Damit finanziert sich die Hütte von selbst, und die Rendaer haben für sich und ihre Kinder einen schönen Teffpunkt.

Von Stefanie Bettinger

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