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Nasses Glück mitten im Ort: Das Freibad in Datterode

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Sommerspaß: Immer wieder werden im Freibad Datterode besondere Aktionen geboten, wie hier zur Feier des 60-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr. In diesem Jahr soll voraussichtlich am Pfingstsamstag, 23. Mai, geöffnet werden. Die Saison dauert, je nach Witterungslage, bis September.

Datterode. Nein, mit besonders außergewöhnlichen Attraktionen kann das Freibad in Datterode nicht aufwarten. Und doch besitzt es etwas, das viel bedeutsamer ist als jede chromglänzende Wasserrutsche: Es atmet Geschichte. Seit nunmehr 61 Jahren lockt das Bad mit dem familiären Flair die Badegäste in den Ringgauer Ortsteil.

Kein anderes Freibad im Werra-Meißner-Kreis hat eine ältere Historie – und die hat es in sich: „Sechs Monate lang haben die Datteröder ihr Freibad in Eigenleistung erbaut, bis im Sommer 1954 Einweihung gefeiert werden konnte“, sagt Stefan Wolf, Vorsitzender des Fördervereins Schwimmbad Datterode. So eine enorme Kraftanstrengung sei heute beinahe unvorstellbar.

Mit vollem Einsatz: Die Datteröder haben ihr Freibad selbst erbaut. Foto: privat/nh

Als das stark sanierungsbedürftige Bad im Jahr 1999 kurz vor der Schließung stand, zeigten die Datteröder erneut, wie Gemeinschaft funktioniert: „Einfach verfallen lassen, was die Generation unserer Großväter aufgebaut hat, kam nicht in Frage“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Stefan Dietrich.

Ein selbstverordnetes, striktes Wasserspar-Programm gepaart mit Zuschüssen von der Landesregierung verschafften etwas Luft, bevor im Herbst 1999 die Baumaschinen anrollten. Innerhalb eines Dreivierteljahres wurden das komplette Schwimmbecken, die Wege sowie die technischen Anlagen erneuert – wieder zum größten Teil in Eigenleistung. Heute betreibt und bewirtschaftet der 2002 gegründete Förderverein das Datteröder Freibad. Bademeister Holger Hose wird von der Gemeinde Ringgau gestellt, die das Bad auch bezuschusst.

Unverstellter Blick 

Wer heute einen sonnigen Nachmittag an einer Liegewiese am weitläufigen Schwimmer- oder Kinderplanschbecken verbringt, hat nicht nur einen unverstellten Blick auf die Berge des Ringgaus, sondern auch auf die Datteröder Kirche. Denn das Freibad liegt, umgeben von Wohnhäusern, ganz zentral mitten im Ort. „Auch das ist wohl einzigartig“, sagt Stefan Wolf mit einem Lächeln. „Aber es passt nur zu gut zum ganz eigenen Charme unseres Freibades.“

 Von Emily Spanel

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