Datterode: Werraland-Werkstätten sanieren im Fritz-Delius-Haus 16 Bäder

Neue Bäder, neues Wohngefühl

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Begutachten eine der neuen Duschen: Bürgermeister Klaus Fissmann (Mitte) sowie Matthias Kreiselmeyer und Andrea Röth-Heinemann, beide von den Werraland-Werkstätten. 

Datterode. Es war einmal ein Hotel und das soll auch niemals Heimcharakter bekommen: Das Fritz-Delius-Haus in Datterode, ein Wohnheim der Werraland-Werkstätten. 16 Bäder wurden vor Weihnachten generalsaniert und auf den neuesten Stand gebracht.

Barrierefrei, schöner und heller. Gesetzliche Auflagen hatten den Umbau im Bettenhaus notwendig gemacht. 225 000 Euro haben die Werraland-Werkstätten dafür in die Hände genommen. Die Bäder im Haupthaus waren nicht betroffen.

Einfach war der Umbau nicht. „Der Wohnalltag musste weiterlaufen“, sagt Matthias Kreiselmeyer, der Hauptabteilungsleiter für stationäres Wohnen bei Werraland. Einzelne Bewohner an anderer Stelle unterzubringen war nicht möglich. „Und wir mussten natürlich mit unseren Bewohner sprechen, dass drei Monate lang Handwerker durchs Haus laufen“, fährt er fort.

Die meisten der 35 Bewohner sind geistig behindert, viele von ihnen auch körperlich. „Die Gesellschaft ändert sich. Wir müssen jetzt auch vermehrt an die Bedürfnisse von Senioren denken“, so Volker Stöhr, der den Umbau technisch begleitete. Barrierefreiheit sei heutzutage Pflicht. Die Duschen sind alle ebenerdig zu betreten, unter die Waschbecken passt ein Rollstuhl.

Jeder Bewohner konnte sich die Farbe für sein Bad selbst aussuchen. „Die Einrichtung ist für alle gleich, aber Individualität muss sein“, so Kreiselmeyer. Dass das Gebäude einst zu Datterodes Luftkurortzeiten ein Hotel gewesen ist, kommt den Bewohnern heute zugute: Es gibt nur ein einziges Doppelzimmer, alle anderen sind Einzelzimmer. Bis auf ein Zimmer haben alle eine eigene Dusche. Und bis auf fünf Appartements haben alle Zugang zu Balkon oder Terrasse. „Hier wohnt es sich schon sehr schön“, findet Kreiselmeyer. Und zum Dank, dass seine Schützlinge Lärm und Baudreck so gut ertragen haben, lud er sie vor Weihnachten zu einem großen Festessen ein.

Im Ort sind die Bewohner aus dem Fritz-Delius-Haus längst fest verankert. Schon als sie 2000 einzogen, gab es ein großes Willkommensfest der Bürger.

Es finden öffentliche Andachten im Haus statt, das Bürgermobil hält direkt davor, und bei Dorffesten sind die Bewohner immer miteinbezogen. Auch an der Garten- und Landschaftspflege in Datterode beteiligen sie sich. Und in nächster Zeit werden sie auch erneut mit ein bisschen Lärm rechnen müssen. Denn Stöhrs nächstes großes Projekt soll im April starten: die Erneuerung der Heizungsanlage. Der Technische Leiter will von Öl auf Holzpellets umsteigen. „Am Ende wollen wir möglichst viel CO2 einsparen“, hofft er. Die neue Anlage soll ihren Platz im Bettenhaus finden.

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