Tofu aus dem Ringgau

Werraland-Werkstätten planen, Landkäserei zu verkaufen

Pforten werden wieder geöffnet: Eine Tofu-Manufaktur zieht in die Räumlichkeiten der Ringgauer Landkäserei. Foto: Spanel

Grandenborn. Die Verträge sind bereits unterschriftsreif: In Kürze soll die Ringgauer Landkäserei von einer Tofu-Manufaktur aus Hamburg übernommen werden. „Einzig der Notartermin steht noch aus“, sagt Gerd Hoßbach, Geschäftsführer der Werraland-Werkstätten. Der Eschweger Verein hatte die Käserei bislang betrieben.

Die Produktionsstätte in Grandenborn bringe laut Angaben der Hamburger Firma beste Voraussetzungen mit, um das Sojaprodukt herzustellen. Schließlich sei das Verfahren dem der Käseherstellung aus Milch sehr ähnlich.

„Die Nachfrage nach Tofu ist in ganz Deutschland ungebrochen hoch“, erklärt Hoßbach. „Mit dem Verkauf wird ein aufsteigender Markt bedient und die Produktionsstätte Grandenborn ist gut für die Zukunft gerüstet.“

Besonders erfreut zeigt sich Hoßbach über die Zusage des Unternehmens, drei neue Arbeitsplätze entstehen zu lassen. Auch Mitarbeiter der Werraland-Werkstätten sollen künftig wieder aktiv in die Produktion miteinbezogen werden.

Käse wird nach dem Verkauf allerdings nicht mehr in Grandenborn hergestellt: „Das ist schade, zeigt aber auch, wie der Milchmarkt tickt“, sagt Hoßbach. Weil seit Dezember 2013 keine Milch aus der Umgebung mehr an die Landkäserei geliefert werden kann, liegt die Produktion brach. Die Räumlichkeiten aber einfach ungenutzt zu lassen, kam für die Werraland-Werkstätten nicht in Frage. Schließlich hat die Produktionsstätte im ehemaligen Raiffeisengebäude eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

Eröffnet wurde die im Werra-Meißner-Kreis einmalige Landkäserei im Jahr 2000 von Carola und Carsten Cieslik. Über zwei Jahre lief die Produktion reibungslos, bis die Käserei wegen Feuchtigkeit im Reiferaum schließen musste.

2006 ging die Gemeinde Ringgau die Kooperation mit den Werraland-Werkstätten ein, um der Käserei neues Leben einzuhauchen. Stefanie Mai übernahm die Leitung und verhalf der Käserei bis zu ihrem Weggang 2013 zu ihrem hervorragenden Ruf – über die Grenzen des Ringgaus hinaus bis nach Hamburg.

Von Emily Spanel

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