Musikunterricht mit Haushaltsgegenständen

Schlagzeuglehrer Javier Chernicoff gibt Unterricht mit Topf und Löffel

Der Rhythmus kocht: Musiklehrer Javier Chernicoff gibt Schlagzeugunterricht ohne Schlagzeug, aber mit Töpfen.
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Der Rhythmus kocht: Musiklehrer Javier Chernicoff gibt Schlagzeugunterricht ohne Schlagzeug, aber mit Töpfen.

Töpfe, Kisten und Kochlöffel: Wer lernen möchte, Schlagzeug zu spielen, braucht dazu kein Instrument. Das sagt jedenfalls der Musiklehrer Javier Chernicoff.

Werra-Meißner - Der gebürtige Argentinier Javier Chernicoff bietet kostenlosen Schlagzeugunterricht ganz ohne Schlagzeug an. „Es geht um das Erlernen der Koordination und erster Schlagzeugtechniken. Das geht auch ohne Instrument. Wenn man das erst einmal kann, kann man überall spielen“, sagt der 50 Jahre alte Musiklehrer.

Da in der Coronazeit keine persönlichen Schlagzeugstunden möglich sind, bietet Chernicoff Online-Kurse per Video-Chat an. Für Anfänger, die erst einmal nur reinschnuppern möchten, gibt es einen halbstündigen kostenlosen Probeunterricht. Wen dann das Schlagzeugfieber gepackt hat, der kann noch an einem Online-Minikurs von sechs Lektionen teilnehmen – ebenfalls kostenlos.

Javier Chernicoff: Erste Schritte lassen sich ohne Schlagzeug erlernen

Für diese ersten Schritte braucht niemand ein Schlagzeug, sondern lediglich ein paar Kochtöpfe, Pfannen, Kisten und Kochlöffel zum Üben, erklärt Chernicoff.

„Selbst Anfänger können nach den sechs Lektionen schon erste einfache Stücke spielen“, sagt er. Auch Chernicoff hat anfangs kein Instrument gehabt. Das hat ihn aber nicht vom Spielen abgehalten. Als Kind hat der Argentinier im Elternhaus auf quasi allem getrommelt, erzählt er.

„Ich habe damals alles ausprobiert: Töpfe, Pfannen, Kisten, Heizkörper und auch Lampen.“ Das Ziel war, etwas Rhythmisches zu spielen. Für den Rhythmuss müsse man aber erst einmal das Gefühl bekommen und verstehen, wofür er da ist. Das will der Musiklehrer auch in seinem Schnupperkurs vermitteln. „Schlagzeugspielen ist aber nicht für jeden etwas“, findet der Profi.

Man muss Lust dazu haben, einen bestimmten Rhythmus minutenlang zu wiederholen. Klingt einfach, ist es aber nicht, sagt er.

Denn wichtig ist, den Rhythmus immer und immer wieder, regelmäßig, auf genau dieselbe Weise zu wiederholen. Chernicoff empfindet das als „meditativ“, sagt er. „Wer den Genuss daran nicht findet, ist zum Schlagzeugspielen eher nicht geeignet.“ Im Gegensatz zu anderen Instrumenten bildet das Schlagzeug, ähnlich wie eine Bassgitarre, die Basis für ein Musikstück und hält den Takt. „Ein Geigenspieler spielt dagegen mehrere Variationen und oft kürzere Parts“, erklärt Chernicoff.

Javier Chernicoff am Schlagzeug in Aktion:

Ein Instrument zu erlernen fördert Kreativität, Konzentration und Koordination

Schlagzeugspielen und Musik im Allgemeinen fördern die Kreativität, Konzentration, Koordination und das Rhythmusgefühl, sagt der 50-Jährige. Besonders Jugendliche und Kinder profitierten davon.

„Vor allem aber macht es Spaß.“ Seinen Unterricht bietet der Musiker aber nicht nur Kindern an, sondern allen Menschen im Alter von sechs bis 120 Jahren, die gerne ein neues Instrument lernen wollen, sagt der freischaffende Künstler.

Seit 30 Jahren ist Javier Chernicoff professioneller Schlagzeuger und Musiklehrer. Er spielte und unterrichtete schon in Argentinien. Danach ging er nach Schottland und lehrte dort an einer Musikschule. Für ein Konzert kam er einmal nach Deutschland. „Hier traf ich meine Frau“, erzählt der hauptberufliche Musiker.

Für sie zog es ihn bald nach Deutschland. Mit seiner Familie lebt er heute in Großburschla. Unterricht und Workshops gab er in den vergangenen Jahren an zahlreichen Schulen in ganz Deutschland. (Von Jessica Sippel)

Anmeldung: Javier Chernicoff per Mail unter info@drumsplayschule.com oder per Telefon 0175/7 03 31 03. Weitere Infos gibt es auch auf Javier Chernicoffs Internetseite.

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