Sontras Magistrat fordert finanzielle und personelle Unterstützung bei der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung

Sontras Fraktionen fordern: Ein 13-Punkte-Plan soll helfen

Auf Unterstützung angewiesen: Ein Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm steht hinter dem Zaun der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Horst bei Boizenburg. Auch das Feriendorf in Sontra wird in Kürze umzäunt. Foto: Büttner/dpa

Sontra. Mehr Hilfe vom Land Hessen: Das erhoffen sich die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Sontra im Vorfeld und während der Belegung des Feriendorfes als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Dafür habe man gemeinsam Forderungen formuliert, sagte Bürgermeister Thomas Eckhardt gestern. Einen Beschlussvorschlag hatte der Magistrat bereits am Montag verabschiedet.

Man wolle die vom Land geplante Unterbringung durchgehend konstruktiv begleiten, heißt es in der Resolution. Dafür erwarte die Stadt aber verbindliche Zusagen vom Land, dem Regierungspräsidium in Kassel und auch dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zur Bewältigung einer außergewöhnlichen Herausforderung. 13 konkret formulierte Forderungen umfasst das Schreiben. „Alle Fraktionen haben daran mitgearbeitet“, sagt Eckhardt, dem es wichtig ist, angesichts der neuen Aufgaben Geschlossenheit zu demonstrieren. Anfang des Monats hatte das Regierungspräsidium angekündigt, 500 Menschen in den über 40 Bungalows des Feriendorfes unterzubringen. Wegen vertraglicher Unklarheiten war eine geplante Bürgerinformationsveranstaltung abgesagt worden.

Folgende Forderungen stellen die Fraktionen:

1. Die Flüchtlinge sollen im Feriendorf menschenwürdig untergebracht werden. Das bedeutet maximal acht Personen pro Bungalow anstatt der geplanten zwölf und möglichst nur Familien. Die Infrastruktur der Ver- und Entsorgungsleitung seien für eine höhere Auslastung ungeeignet.

2. Keine weiteren Zuweisungen von Land und Kreis für Sontra und seine Stadtteile.

3. Schnellstmögliche Aufgabe der Barbaraschule als Notunterkunft zur Sicherung des Schulstandortes.

4. Permanente Öffentlichkeitsarbeit von Land und Regierungspräsidium vor der ersten Belegung der Erstaufnahme und während des laufenden Betriebes.

5. Es soll eine Meldepflicht für die Menschen geschaffen werden, die möglicherweise noch in diesem Monat im Feriendorf untergebracht werden.

6. Finanzhilfe für Arbeitsplätze und Sachkosten im Einwohnermeldeamt, so wie es in Neustadt und Büdingen bereits geschehen ist.

7. Ein Koordinator soll befristet bis 2019 eingestellt werden. Seine Aufgabe soll es sein, bei Konfliktfällen zu helfen und sich für die Belange von Flüchtlingen und Bürgern der Stadt gleichermaßen zu engagieren. Er soll als Verbindungsstelle zwischen der Erstaufnahmeeinrichtung und der Stadt fungieren.

8. Finanzielle und organisatorische Hilfe für ehrenamtliche Initiativen, Vereine, Verbände und Kirche.

9. Unterstützung beim Aufbau eines regionalen Gesundheitsnetzes zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung für Sontra und die Nachbarkommunen Herleshausen und Nentershausen.

10. Ein Sicherheitskonzept, das mit besonderem Blick auf die benachbarte Adam-von-Trott-Schule und das Erlebnisbad vor allem auf Prävention ausgerichtet ist. Dazu soll die Mindestdienststärke der Schichtdienste bei der Polizeistation Sontra erhöht werden.

11. Eine Brandmeldeanlage im Feriendorf zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Ziel soll dabei die Begrenzung von Fehlalarmen sein.

12. Erhöhte Schlüsselzuweisungen für die Stadt Sontra sollen bestehen bleiben.

13. Sontra soll bei der Aufnahme in städtebauliche Förderprogramme zur Sanierung in der Kernstadt und den Stadtteilen bevorzugt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare