Unbekannter zog im Streit eine Waffe

Mann schießt 24-Jährigem in Sontra in den Bauch: Flucht endet in NRW

Sontra. Ein 44 Jahre alter Mann aus Göttingen hat am Sonntag um 17.30 Uhr einen 24-jährigen Sontraer in dessen Heimatstadt mit mehreren Schüssen aus einer Waffe schwer verletzt. Unter anderem wurde das Opfer, dessen Zustand weiter kritisch ist, am Bauch getroffen. Der Täter ist gefasst. Das teilte die Polizei heute Vormittag mit.

Aktualisiert am 12. Februar, 14 Uhr - Zum Tatzeitpunkt kam es zu einem Streit zwischen den beiden an der Schloßstraße – Zeugenaussagen zufolge auf dem Parkplatz mit den Glascontainern neben der Firma Geilfus. Auslöser dafür war laut gemeinsamer Pressemitteilung von Polizeidirektion Werra-Meißner und Staatsanwaltschaft Kassel ein familiärer Zwist. Der 44-Jährige zog plötzlich eine Schusswaffe und gab mehrere Schüsse auf seinen Gegenüber ab. Der wurde dadurch schwer verletzt und musste im Eschweger Krankenhaus operiert werden. 

Der mutmaßliche Täter fuhr hingegen unerkannt mit seinem Auto vom Tatort davon. Umgehend leitete die Polizei überregionale Fahndungsmaßnahmen ein. Die führten dazu, dass der Mann am frühen Montagmorgen um 2.20 im nordrhein-westfälischen Bergneustadt festgenommen wurde. Dem voraus ging ein Verkehrsunfall. Die weiteren Ermittlungen dauern noch an.

Nach Informationen des Landesverfassungsschutzes gehört das Opfer einer Gruppierung an, die den Internetauftritt „Im Auftrag des Islam“ verwaltet und als Anhänger des so genannten Kalifatstaates gilt. Polizeisprecher Jörg Künstler versicherte auf Anfrage aber, dass es sich hierbei definitiv um familiäre Streitigkeiten gehandelt habe. Einen Zusammenhang zwischen Tat und Gesinnung gebe es nicht.

Die Sontraer, die in der Nähe wohnen, haben die Schüsse teilweise gehört – manche aber bekamen nichts mit. Alle waren sich jedoch einig, dass es ein mulmiges Gefühl sei, wenn so etwas vor der eigenen Haustür passiere.

Hintergrund: Das ist der Kalifatsstaat

Der Kalifatsstaat hat laut Verfassungsschutz das Ziel, in Deutschland einen auf der Scharia beruhenden islamischen Staat zu errichten. Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele sehe der als legitim an. 2001 und 2002 habe das Bundesministerium des Innern den Kalifatsstaat verboten. „Seitdem agieren die verbliebenen Anhänger in Deutschland (700) und Hessen (60) konspirativ und streben die Reorganisation der zerschlagenen Struktur an“, heißt es. Es zeige sich, dass vormalige Anhänger des Kalifatsstaats zum Teil in das ideologisch verwandte salafistische Spektrum überwechseln. Dadurch fehle es dem Kalifatsstaat an jüngeren Anhängern.

Hier ist die Schlossstraße in Sontra

Rubriklistenbild: © dpa

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