Weil in Sontra konsequent getrennt wird, sinkt die Müllgebühr um bis zu 27 Prozent

Abfall wird günstiger

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Die Verbraucher in Sontra haben das Identsystem verstanden: Der Müll wird im vorhinein konsequent getrennt, die Tonne nur noch dann rausgestellt, wenn sie wirklich voll ist. Davon profitieren auch die Müllwerker Gerhard Küllmer (Fahrer) und Ullrich Brise.

Sontra. Die Stadt Sontra senkt die Müllgebühren. Das geht aus einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Dienstagabend hervor. Grund für die Gebührensenkung ist die konsequente Mülltrennung der Verbraucher, die seit Einführung des Identsystems verantwortungsbewusster entsorgen.

Grundgebühren und Entleerungsgebühren werden gleichermaßen sinken (lesen Sie auch die Tabelle rechts). Das Identsystem sieht vor, dass die Verbraucher für jede Tonne eine Grundgebühr bezahlen: Bisher 54 Euro für Restmüll und 34 Euro für Bioabfall. In dieser Grundgebühr sind sechs Leerungen bereits inklusive. Jede weitere Leerung kostet extra. Für die 120 Liter fassende Restmülltonne waren das bisher zwölf Euro, die gleiche Leerung Biomüll kostete 4,80 Euro.

Um bis zu 27 Prozent werden die Verbraucher ab Januar entlastet. 120 Liter Restmüll kosten jetzt pro Leerung nur noch 10,50 Euro, 120 Liter Biomüll 3,50 Euro. Die Grundgebühr für die graue Tonne beläuft sich in Zukunft auf 50,40 Euro, die braune Tonne kostet 31,20 Euro.

Schon im ersten Jahr nach der Einführung hatte sich abgezeichnet, dass der Müll weniger kosten werde. Im Vergleich zu 2010, als die Tonnen regelmäßig alle zwei Wochen geleert wurden, hatten die Sontraer Bürger im ersten Quartal 2011 rund 50 Prozent Restmüll gespart. „Wenn der Müll konsequent in Gelber Sack, Altpapier, Biomüll oder Kompost und Altglas getrennt wird, kommt man problemlos mit sechs Leerungen hin“, sagt Kämmerer Volker Stein. „Das haben die Sontraer verstanden, es wird konsequent getrennt.“ Insgesamt wurden durch die konsequente Mülltrennung 70 000 Euro eingespart, die die Stadt Sontra für die Gebührensenkung verwendet.

Müllwerker Ullrich Brise, der zusammen mit seinem Fahrer Gerhard Küllmer den Sontraer Müll einsammelt, sieht sogar noch größeres Einsparpotenzial. „Wir sehen noch oft Müll, der nicht über die graue Tonne entsorgt werden muss“, sagt Brise. Dann werde ein Gelber Sack oder Bauschutt in die Tonne gestopft. Das könne vermieden werden. „Bauschutt kann man beispielsweise in einem Container auf dem Baubetriebshof abliefern.“

Von Tobias Stück

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