Abwechslungsreiche Comedy-Nacht mit vier ganz unterschiedlichen Künstlern

El Mago Ma sin überzeugt mit harmonischem Gesang sowie seiner sympathisch-dezenten Art und bezieht das Publikum ein, um es später aufs Glatteis zu führen. Foto: Lorenz Schöggl

Vier Künstler präsentierten die Veranstalter der Sontraer Comedy-Nacht am Freitag: Vera Deckers, El Mago Masin, Ausbilder Schmidt und Bodo Bach.

Vier Künstler mit vier Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, machten die Veranstaltung zu einem einmaligen Erlebnis.

Highlight des Abends war zweifellos Bodo Bach. Der Ultra-Hesse ist in der deutschen Alleinunterhalterszene eine feste Größe und vielen durch seine Radiobeiträge bekannt. Bodenständig und gelassen berichtet er mit hessischem Dialekt aus seinem Leben: Im Eheleben, bei Arztbesuchen und Ikea-Einkäufen erlebt er selbstverständliche Momente, die im Nachhinein für Lachanfälle sorgen. Während Bach sich in der zweiten Halbzeit sympathisch und dezent bei Urologiebesuchen und Erlebnissen in der Notaufnahme unter der Gürtellinie aufhält, dreht sich in der ersten Halbzeit alles ums Älterwerden: „Woran merkt ihr, dass ihr älter geworden seid? Ganz einfach: In jungen Jahren tut einem das Bein weh, weil man es benutzt hat. Irgendwann tut einem das Bein nur weh, weil man es hat.“

Ausbilder Schmidt ist inhaltlich das direkte Gegenteil zu Bach: „Liebe Luschinnen und Luschen, wir verweichlichen doch alle“, nutzt der Bundeswehrausbilder jede Gelegenheit, das Publikum anzuschreien. Sein Kernelement ist es, sich unter die Besucher zu mischen und sie auszuquetschen. Einem jungen Mann erweist er die Ehre, live ein Video zu drehen, wie er ihn beim Morgenappell zusammenfaltet. Auch inhaltlich weiß er das Publikum einzubeziehen: „Das Coronavirus wird den Weg nach Sontra nicht finden. Ihr habt die Autobahn ja schon vorne abgeschnitten“, so der Moderator im Leopardenmantel. „Ich bin der einzige Leopard bei der Bundeswehr, der noch funktioniert.“ Schmidt moderierte durch die Auftritte des Abends und zeigte unterhaltsam, wie wahnsinnig ein Mensch sein könnte.

Vera Deckers war spontan für Ole Lehmann eingesprungen. Inhaltlich hielt sie den Ball im Kontrast zu ihren Kollegen flach: Influencer, TV-Stars und die Jugend wirken wie ein Standardprogramm, dem es an Individualität fehlt. Doch mit ihrer Bodenständigkeit sorgt sie für viel Heiterkeit: „Früher wurden Kinder auf Begabung gefördert – heute auf Verdacht.“ El Mago Masin überzeugte hingegen mit seiner dezenten, weichen und sympathischen Art. Mit der Gitarre sorgt er für einige Ohrwürmer und viel gute Laune. Egal, ob bei Interaktionen auf der Bühne oder wenn er das Publikum mitsingen lässt: Er nutzt jede Gelegenheit, die Menge aufs Glatteis zu führen.Lorenz Schöggl

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