Die Anordnung des Erdgeschoss- und Emporengestühls macht die Kirche so besonders

Blick vom Altar zum halbrunden Erdgeschossgestühl: Die Anordnung der Sitzbänke zieht die Blicke der Besucher auf sich. Übrigens: Küsterin der Kirche in Stadthosbach ist seit mehr als 20 Jahren Rita Bode. Foto: Michelle Funk

1830 ist das Jahr, in dem die Kirche im Sontraer Stadtteil Stadthosbach erbaut wurde. Fast baugleich entstand zuvor das Gotteshaus in Küchen.

Beide Kirchen haben eine Besonderheit: Die halbrunde, ansteigende Anordnung des Erdgeschoss- und Emporengestühls.

„Es ist mir immer wieder eine Freude, Gottesdienst in Stadthosbach zu halten. Das liegt zum einen an den Gemeindemitgliedern und zum anderen an der Theater-Atmosphäre, die im Inneren des Bauwerks aufkommt“, sagt Pfarrer Axel Aschenbrenner.

Die am Hang gelegene Kirche besticht durch ihre Schlichtheit und ist stilistisch dem Landbaumeister Johann Friedrich Matthei zuzuordnen. Zudem zählt das Gotteshaus in Stadthosbach zu einer seiner insgesamt sieben Querkirchen.

Der Begriff Querraum ist folgendermaßen zu verstehen: Ein Raum, dessen kürzere Achse Hauptrichtung ist, der sich stärker nach seiner Länge ausdehnt. Bei günstigen Verhältnissen der Seiten zueinander entsteht ein in sich ruhender Raum – so wie in Stadthosbach. Einst war es für Besucher des Gotteshauses nur schwer zu erfahren, wann und von wem die Kirche erbaut worden war. Grund dafür war die verwitterte Holztafel neben dem Eingang. Gemeindemitglied Elke Lindenau ließ der Missstand keine Ruhe und sie engagierte ihren Schwager, der das Schild erneuerte. Für die Tafel wurde ein über 400 Jahre altes Stück Eichenholz aus einem alten Gefängnis verwendet. Renoviert wurde die Kirche zuletzt von 1996 bis 2006. Am Tag der Wiedereröffnung, zehn Jahre nach dem Start der Arbeiten, sprach der damalige Ortsvorsteher Helmar Lindenau in seiner Begrüßungsrede von einer Auferstehungskirche, da die Dorfbewohner nicht mehr an ein Ende der Sanierung geglaubt hatten.

Neu ist seit dem Jahr 2017 ein lebensrettender Defibrillator, der in dem Gotteshaus untergebracht ist. Initiiert und gefördert wurde diese Anschaffung von der Freiwilligen Feuerwehr Stadthosbach sowie dem Ortsbeirat und der Matthias-Kaufmann-Stiftung.

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