A44-Tunnel Boyneburg bei Wichmannshausen: Baustart mit Explosion

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Wichmannshausen – Der Bau des A 44-Tunnels Boyneburg bei Wichmannshausen hat gestern mit einer Explosion als Tunnelanstich begonnen.

Das 1,7 Kilometer lange und 100 Millionen Euro teure Bauwerk soll bereits in einem halben Jahr fertig sein.„Wir arbeiten uns von beiden Seiten vor“, berichtete Dr. Stefan Franz, der bei der Deges für die Planung des Projekts verantwortlich ist. 

Den Auftrag vor Ort wickeln 100 Arbeiter der Firmen Züblin und Strabag ab. „Also pro Mann eine Million Euro Kosten“, scherzte Franz. Um die Anforderungen des Tunnelbaus dann ernsthaft zu untermauern, gab er einen Einblick in die Zahlen.

Die Bauarbeiter müssen laut Franz 400 000 Kubikmeter Stein aus dem Berg holen. Zur Einordnung: Das würde auf einem Fußballfeld einen 80 Meter hohen Berg ergeben. 350 000 Kubikmeter Spritzbeton werden allein zur Sicherung verbaut (70 Meter auf dem Sportplatz). Dazu kommen 1400 Tonnen Stahl, was etwa 35 Lkw-Ladungen ausmacht. Für den Innenausbau sind noch mal 55 000 Kubikmeter Beton sowie 260 Tonnen Stahl nötig.

Werra-Meißner-Kreis: A 44 soll bis zum Jahr 2025 fertig sein

Dr. Stefan Franz ist zuversichtlich, dass die A 44 im Kreis bis 2025 komplett fertiggestellt ist. Er verwies darauf, was sich seit dem ersten Spatenstich im August 2013 an der Anschlussstelle Waldkappel schon alles getan habe. „Dieser Abschnitt wurde mittlerweile sogar schon für den Verkehr freigegeben.“

Wünschenswert fänden das auch Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt und Landrat Stefan Reuß. „Dass hier im Kreis bis 2025 alles erledigt ist, glaube ich. Aber bei dem Abschnitt zwischen Helsa und Kassel kann ich mir das nicht vorstellen und appelliere hier, schnell voranzukommen“, sagte Reuß. Denn nur so sei der Lückenschluss von Ost nach Westen durchgehend bis nach Kassel vollständig. 

Der Kreis könne als Wirtschafts- und Wohnstandort nur profitieren, zudem würden viele Bundesstraßen-Anwohner vom Verkehr entlastet. Gleiches gelte laut Eckhardt für Sontra. 

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