Arno und Mario Buchenau aus Sontra räumen bei Deutscher Meisterschaft im Skat ab

Reizen, drücken, passen: Arno und Mario Buchenau (rechts) aus Sontra haben bei den Deutschen Skatmeisterschaften in Magdeburg das Podium erreicht. Vater Arno Buchenau kam auf Platz zwei, sein Sohn Marion landete auf Platz drei. Demnächst treten sie im Doppel an.

Damit haben sie nicht gerechnet. Arno und sein Sohn Mario Buchenau aus Sontra haben bei den Deutschen Skatmeisterschaften in Magdeburg den Sprung aufs Podium geschafft.

Das gab es noch nie. Während der 62-jährige Arno mit seinem Skatfreund Walter Bechel vom Bodensee im Tandem eine irre Aufholjagd hinlegte, mischte Mario im Einzel im oberen Drittel mit.

Lange machte sich der 35-jährige Schadensregulierer Hoffnungen auf seine erste Deutsche Meisterschaft im Einzel. Buchenau gewann durch sein starkes Konterspiel viele Spiele. Sein Vater und Lehrmeister Arno, der Mario mit dem Skatvirus infiziert hat, lobte die Spielweise seines Sohnemanns: „Er war megacool bei der Sache. Nichts hat ihn aus der Ruhe gebracht“.

Bei 2,38 Billionen Spielmöglichkeiten der Kartenverteilung hatte Buchenau am Ende aber kein Glück. „Ich habe nicht mehr die richtigen Karten gekriegt“, erzählte Mario Buchenau zähneknirschend, der schon Europa- und Weltmeister im Jugendbereich war.

Ein großer Titel im Bereich der Senioren fehlt ihm noch. Erst im Mannschaftswettbewerb hatte „Buche“ wieder Fortune und gewann alle Spiele für sein Team „Candys Jungs“ um den Vizeweltmeister Candy Richter aus dem sächsischen Radebeul. Und so sprang Mario aufs Treppchen, Platz drei.

Unterdessen reizte, drückte und passte Arno an einem anderen Tisch. Der pensionierte Polizeibeamte liebt die Verrücktheit des Spiels. Es hat ihm die Welt geöffnet und spannende Abenteuer erleben lassen. „Ob in Rio de Janeiro, Brisbane oder Los Angeles – unter Skatspielern fühle ich mich immer zuhause“, so Arno, der am zweiten Turniertag zur Höchstform auflief.

60 Stunden in der Woche

Er erkannte die „logischen Folgen“ des Spiels und erstickte die Spielzüge der Konkurrenz früh im Keim. 60 Stunden spielt Arno in der Woche Skat – im Internet und auf Turnieren. „Es ist ein unermesslich strategisches und vielseitiges Spiel“, betonte Arno inbrünstig, „2000 Skatspieler müssen zwei Wochen lang Tag und Nacht spielen, damit das gleiche Spiel rauskommt.“

Dank seines Erfahrungsschatzes spielte Arno am Ende groß. Die Freude war riesig, als der zweite Platz heraussprang. Trotzdem ballte Arno kurz die Hand in der Hose. Es fehlten im Tandem nur wenige Punkte für den großen Coup. „Aber nach dem Turnier ist vor dem Turnier“, sagte Mario, der mit seinem Vater bei den Europameisterschaften im Oktober auftrumpfen will. Auf einem Kreuzfahrtschiff steuern die Buchenaus Marseille, Málaga, Madeira, Teneriffa, Lanzarote und Rom an. Hauptziel ist aber die Europameisterschaft von Vater und Sohn - im Doppel. Auch das gab es noch nicht.  

Von Marvin Heinz

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