Runder Tisch Feuerwehr soll entstehen

Sontra: Beim Haushalt ungewohnte Einigkeit im Parlament

Mehr Akzeptanz: Um für weniger Probleme bei der Freistellung von Feuerwehrleuten für Übungen, Einsätze und Ausbildung zu werben, soll in Sontra ein Runder Tisch einberufen werden. Foto: Berg

Sontra. Manch ein Abgeordneter im Sontraer Parlament schien nahezu überrascht von so viel Einigkeit. Doch alle Parteien in der Stadtverordnetenversammlung waren sich einig und haben sowohl Haushaltsplanung als auch Investitionsprogramm einstimmig verabschiedet.

Angesichts eines Überschusses von 134 900 Euro im ordentlichen Abschluss blieb eine größere Diskussion aus, die Fraktionsvorsitzenden schätzten die Lage dementsprechend positiv ein (Artikel rechts). „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir zum Haushalt mal alle einer Meinung waren“, sagte Elisabeth Adolph (FDP) und Marco Locorotondo (Grüne) sprach gar davon, den Augenblick zu genießen. Dazu passte, dass laut dem Vorsitzenden Herbert Cebulla schon die Beratung im Haupt- und Finanzausschuss im „Rekordtempo“ verlaufen wäre. „Das hat nicht mal eine Stunde gedauert, früher waren das zwei Tage“, sagte er.

In der Sitzung am Dienstagabend befürworteten die Stadtverordneten zudem einen Antrag der SPD, in dem der Fraktionsvorsitzende Detlef Nizold mehr Akzeptanz für die Freistellung von Feuerwehrleuten forderte. Dazu soll ein Runder Tisch mit Vertretern der Stadt, der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr und der Arbeitgeber eingerichtet werden. Zuletzt hatte Stadtbrandinspektor André Bernhardt darauf aufmerksam gemacht, dass es immer schwerer werde, Akzeptanz für die Freistellungen für Übungen, Einsätze und Ausbildungen zu erreichen.

Das sagen die Parteien zum Haushalt

CDU 

Marco Haukwitz: „Die Umgestaltung des kommunalen Finanzausgleichs ist ein großes Glück für Sontra. Auf dem Überschuss darf sich jetzt nicht ausgeruht werden, deswegen muss weiter gespart werden. Trotz einiger förmlichen Mängel stimmen wir zu. Hier ist kein Platz für Taktieren und Tricksereien. Es geht um Menschen, es geht um Sontra.“

SPD 

Detlef Nizold: „Die Stadt hat verantwortlich gehandelt und in vielen Bereichen gespart. Der Haushalt ist auch Ergebnis einer Entwicklung, in der Vergangenheit war nicht alles schlecht. Unsere Grund- und Gewerbesteuern sind sehr moderat, eine Erhöhung ist auch nicht vorgesehen.“

FWG 

Beate Bach: „Einem ausgeglichenen Haushalt nicht zuzustimmen wäre verfehlt. Aber Vorsicht: Schlüsselzuweisungen sind instabil, der kommunale Finanzausgleich noch nicht gerichtsfest. Wir müssen unseren Pfad jetzt weiterverfolgen.“

FDP 

Elisabeth Adolph: „Die Voraussetzungen stimmen, alle Eckdaten sind erfüllt. Das kann im nächsten Jahr aber schon wieder anders aussehen. Ich bin lange dabei und kann mich nicht erinnern, dass wir zum Haushalt mal alle einer Meinung waren. Man sieht, das Wohl der Stadt ist unser gemeinsames Ziel.“

Bündnis 90/Grüne 

Marco Locorotondo: „Der Entwicklung muss man Respekt zollen. Die Abwassernetzsanierung, die wir lange vor uns hergeschoben haben, wird den Haushalt in den nächsten Jahren wohl anders aussehen lassen. Jetzt genießen wir aber erstmal den Augenblick.“ (lad)

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