Mauersegler und Mehlschwalben sollen einziehen

Aus Trafostation wird Hotel - neuer Lebensraum für Vögel in Wichmannshausen

Neues Leben in der Wichmannshäuser Trafostation: Es freuen sich von links Harald Sennhenn, Herbert Cebulla, Udo Hildebrandt und Ralf Herrmann (Stadtwerke). 
+
Neues Leben in der Wichmannshäuser Trafostation: Es freuen sich von links Harald Sennhenn, Herbert Cebulla, Udo Hildebrandt und Ralf Herrmann (Stadtwerke). 

Die Trafostation in Wichmannshausen hatte ihren Nutzen eigentlich verloren, aber nun gibt es gute Nachrichten: Fortan sollen dort im Sontraer Stadtteil Tiere einziehen. 

Das verkündet Udo Hildebrandt, neben Harald und Ottmar Sennhenn einer der der Vogelschutzbeauftragten des Sontraer Stadtteils Wichmannshausen.

„Durch die Verkabelung im Ortsnetz Wichmannshausen wird die Trafostation an der Eschweger Straße für die Stromversorgung nicht mehr benötigt“, erklärt Udo Hildebrandt. Im vergangenen Sommer sei ihm aufgefallen, dass unter dem Dach – sehr unauffällig – eine Kolonie Mauersegler eingezogen ist. 

Die Mauersegler sind standorttreue Vogelarten

„Der Mauersegler zählt zu den standorttreuen Vogelarten und wird oft mit unseren Schwalben verwechselt. Er zählt allerdings zur Familie der Segler. Ab April lebt der Flugakrobat in unserer Region und zieht ab August wieder zurück ins Winterquartier nach Südafrika“, weiß der Vogelschutzbeauftragte. 

Durch Renovierungsarbeiten an Wohnhäusern und Gebäuden werden oft Spalten und Ritzen zugeschmiert. So aber gehen dringend benötigte Nistplätze verloren.

„Das neue Vogelhotel aber wurde mit vier Mehlschwalbennestern, drei Nistkästen für Meisen und einem Fledermauskasten ausgestattet. Und damit auch der Innenraum des Gebäudes für Rauchschwalben genutzt werden kann, wurden zwei großzügige, aufklappbare Kunststofffenster eingebaut. Wir hoffen, dass dieses von den Rauchschwalben erkannt wird und der sichere Nistplatz im Innenraum bewohnt wird“, sagt Udo Hildebrandt.

Stadtwerke Eschwege übernehmen die Kosten

Die Kostenübernahme für die Gebäude- samt Dachsanierung sowie für die Anschaffung der Nistkästen mit einem Gesamtvolumen von 4500 Euro sei von den Stadtwerken Eschwege zugesagt worden. 

Darüber hinaus wurde das Vorhaben mit dem Ortsbeirat und einem Vertreter der städtischen Gremien aus Sontra diskutiert und abgesprochen. „Nach der Fertigstellung wird die Stadt Sontra neuer Eigentümer eines weiteren Vogelhotels werden“, freut sich Udo Hildebrandt.

Trafostation wurde vor dem Abriss bewahrt

Sein Dank gilt allen Akteuren – von den Stadtwerken Eschwege angefangen, die die Umsetzung des Projekts ermöglicht haben, über die Firma Jörg Wieditz für die professionellen Renovierungsarbeiten bis hin zu Chris Karges für die Sonderanfertigung der Fenster.

 „Durch die Gemeinschaftsleistung wurde die Trafostation vor dem Abriss bewahrt und erfüllt nun einen guten Zweck für den Vogelschutz in Wichmannshausen“, sagt Udo Hildebrandt.

1300 Euro für weiteres Vogel- und Naturschutzprojekt

1300 Euro haben die drei Wichmannshäuser Vogelschutzbeauftragten außerdem von der Sparkassen-Stiftung Werra-Meißner erhalten. Mit diesem Geld wurde eine Alu-Stehleiter und entsprechendes Schneidwerkzeug angeschafft. Das Material dient zur Pflege einer Streuobstwiese.

In diesem Frühjahr wurde beides erstmalig eingesetzt. Weiterhin wurden Natur- und Vogelschutz entlang der Sontra erheblich verbessert: 22 Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten sowie Fledermauskästen wurden dank der großzügigen Spende der Sparkassen-Stiftung angebaut. 

„Nur durch solche Spenden haben wir immer wieder die Möglichkeit, neue Projekte für den Naturschutz umzusetzen. Wir praktizieren unsere Arbeiten ehrenamtlich und sind auf Spenden angewiesen“, sagen Udo Hildebrandt, Harald und Ottmar Sennhenn.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare