Einer von 100 Bächen: Ulfe wird wieder natürlich

Ulfe 
+
Freuen sich über die Aufnahme der Ulfe ins Förderprogramm: (von links) Thomas Eckhardt (Bürgermeister der Stadt Sontra) mit dem Förderbescheid in der Hand sowie Tobias Grömmer (Bauverwaltung der Stadt Sontra).

Der Bach Ulfe bei Sontra wird aus seinem Betonbett befreit und wieder in einen natürlichen Zustand versetzt. Möglich macht das die Aufnahme in das Programm „100 wilde Bäche“ des Hessischen Umweltministeriums. Die Stadt Sontra hatte sich dafür beworben.

Sontra.Der Bach Ulfe bei Sontra wird aus seinem Betonbett befreit und wieder in einen natürlichen Zustand versetzt. Möglich macht das die Aufnahme in das Programm „100 wilde Bäche“ des Hessischen Umweltministeriums. Die Stadt Sontra hatte sich dafür beworben.

Wichtiger Beitrag für Klimaschutz

„Ich freue mich sehr, dass unsere Berg- und Hänselstadt ausgewählt wurde. 95 Prozent Förderquote stehen in Aussicht. Das Förderprogramm leistet einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und zeigt einmal mehr, dass wir als Kommune nicht nur über Klimaschutz reden, sondern in vielen Bereichen aktiv etwas unternehmen“, sagt Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Renaturierungsmaßnahmen in 138 Gemeinden 

In 138 Gemeinden in Hessen laufen jetzt Renaturierungsmaßnahmen an. Das Ziel ist laut Umweltministerin Priska Hinz, „Seite an Seite mit den Kommunen die hessischen Gewässer wieder in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen und somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität an den Lebensadern der Landschaft zu leisten.“ Für viele Tiere und Pflanzen entstünden im Wasser und am Ufer neue Lebensräume. Ferner könne das Wasser wieder ungehindert fließen und das Ufer werde wieder breiter und zugleich unberührter.

Gewässer bilden Frischluftschneisen

„Renaturierte Gewässer bilden Frischluftschneisen und sorgen so für mehr Abkühlung in und außerhalb der Ortschaften“, führt Hinz weiter aus. Gleichzeitig leisteten sie einen Beitrag zum Hochwasserschutz, da Überflutungsbereiche geschaffen würden. Bei Starkregen breite sich das Wasser in den Auen aus und fließe nicht ungehindert in den Ort hinein.

Wen die Aufnahme in das Landesprogramm natürlich auch freut, ist Ulfens Ortsvorsteher Michael Stein. Denn laut ihm entspringt die Ulfe zwar genau genommen in einer Quelle in der Gemarkung Nentershausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), doch die Planke münde dann in den Bach bei seinem Heimatort. „Die Ulfe an sich gibt es erst ab der Gemarkung Ulfen“, erklärt Stein. Von dort aus fließt sie über Breitau bis nach Wichmannshausen, wo sie in die Sontra übergeht.

Ulfe gewinnt ab Breitau deutlich an Wasser

„Erwähnenswert ist sicher noch, dass die Ulfe ab Breitau deutlich an Wasser gewinnt, weil dort eine der produktivsten Quellen mit in der Spitze 800 Liter Wasser pro Sekunde liegt“, so Stein. Er beschreibt die Ulfe als schönen Bach mit Fischbestand, der die Landschaft der Orte prägt, die sie passiert. „Die Ulfe passt in unsere idyllische Natur und trägt ihren Teil dazu bei.“ Früher lagen in Ulfen einige Mühlen an der Ulfe, die gibt es aber heute nicht mehr.

„Wünschenswert wäre, dass vielleicht ein Teil der Ulfe an unsere Tankstelle verlegt wird, damit Dorf und Bach wieder vereint sind. Seit dem Bau der B 400 und der damit verbundenen radikalen Versetzung der Ulfe in den 1960er-Jahren ist das nämlich nicht mehr der Fall“, schlägt Michael Stein vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare