Ballsport im Sitzkreis hält Senioren fit

Helga Backhaus bietet Sport für die Bewohner des Awo-Pflegezentrums an

Motiviert gut gelaunt jede Woche bis zu 30 Teilnehmer: Helga Backhaus (großes Bild). Über neue Sportbälle freut sich auch Einrichtungsleiterin Anette Schmidt (kleines Foto, hinten von links) mit Bürgermeister Thomas Eckhardt. Vorne die Bewohner Else Gieseler (von links), Anni Bodenstein und Gertrud Sandrock. Fotos: Deppe

Sontra. Wer Helga Backhaus im Kreise der Senioren des Awo-Pflegezentrums in Sontra erlebt, wird mitgerissen.

Voller Energie feuert die 78-Jährige die Bewohner an, Bälle im Kreis herumzureichen oder ihr einfach zuzuwerfen. Einmal wöchentlich lädt Backhaus zum Sport in den Gemeinschaftsraum ein.

„Bewegung ist auch im hohen Alter noch sehr wichtig“, sagt Einrichtungsleiterin Anette Schmidt. Und dass dem keine Grenzen gesetzt sind, beweisen die Bewohner. Drei der knapp 30 Teilnehmer sind 92 Jahre alt. Sie zeigen, dass Sport eben auch im Stuhlkreis, für manchen gar im Rollstuhl, funktionieren kann. In der Runde wird viel gelacht, Backhaus’ Elan überträgt sich sofort.

Jede Übungsstunde beginnt für die Senioren mit einem gemeinsamen Lied. Backhaus sucht die auch schon mal nach aktuellen Anlässen aus. „Wir haben in der Zeitung gelesen, dass die Wölfe bald zurückkommen und den Jägern mit ,Ein Jäger aus Kurpfalz’ ein bisschen Mut zugesungen“, erzählt sie.

Für den Sport am Vormittag stärken sich die Senioren bei einem kräftigen Frühstück und freuen sich im Anschluss auf ein deftiges Mittagessen, denn Backhaus’ Programm fordert sie. „Man muss bei den älteren Menschen immer wieder körperliche und geistige Reize setzen, das hält fit“, sagt die.

Das freiwillige Engagement unterstützt auch Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Er übergab der Gruppe am Montag neue Sportbälle, die Senioren bedankten sich mit einem Ständchen. Über Backhaus sagte Eckhardt: „Dieser jahrelange ehrenamtliche Einsatz ist toll und völlig zu Rechtmit dem Sozialpreis des Werra-Meißner-Kreises gewürdigt worden.“

Seit sieben Jahren ist die Sontranerin fast täglich im Pflegeheim an der Wichmannswiese anzutreffen. Neben der wöchentlichen Sportgruppe, an der Menschen aus allen Wohngruppen teilnehmen, besucht sie die Bewohner, um mit ihnen Gesellschaftsspiele zu spielen oder kleine Andachten abzuhalten. „Früher habe ich viel mit Kindern gearbeitet und jetzt liegt mein Augenmerk eben auf den älteren Menschen“, sagt Backhaus, die eine Bewohnerin sogar als ihre „Ersatzschwester“ bezeichnet.

Von Lasse Deppe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare