Welche Baumarten trotzen den veränderten Bedingungen?

Bei Sontra entsteht ein Klimawald

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In Kooperation entsteht ein Klimawald, um beständige Arten zu finden: (von links) Ludger Arnold, Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt, Jörg Frenzel von der Adam-von-Trott-Schule und Edmund Tümmel von Hessen Forst. 

Am Weg hinauf zum Segelfluggelände in Sontra gibt es eine dieser Flächen, die einen angesichts der Berge an Totholz und noch stehender abgestorbener Fichten erschrecken lassen.

Doch neben dem Totholz erkennt man Schutzhüllen für junge Bäume mit Pflanzstäben daneben: Hier haben Eltern für ihre neugeborenen Kinder jeweils einen jungen Baum gepflanzt, als Zeichen der Hoffnung für die Zukunft.

Klimawald entsteht

In unmittelbarer Nachbarschaft ist eine Fläche frisch eingezäunt und wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass auch hier junge Pflanzen gesetzt wurden. „Hier entsteht in der guten und bewährten Kooperation zwischen der Stadt Sontra, der Adam-von-Trott-Schule und Hessen Forst ein ‘Klimawald’“, erläutert der Revierförster Edmund Tümmel. In einer ersten Aktion seien dort 18 verschiedene Arten von Bäumen gepflanzt worden – und zwar jeweils 50 Stück. „Dabei sind Edellaubhölzer wie Walnuss, Elsbeere, verschiedene Ahornarten, Lärche, Weißtanne, Roteiche und Rotbuche“ sagt Tümmel. Gespannt sei man auch, was an dieser Stelle außerdem an Naturverjüngung wachse.

Bestände zwischen 50 und 70 Jahren alt

In der Folge der trockenen Sommer und des Borkenkäferbefalls sind vor allem die Fichten in unserer Region abgestorben. Dies betrifft besonders die Bestände, die zwischen 50 und 70 Jahren alt sind. Beim Aufforsten stellt sich nun allen Verantwortlichen die Frage, welche Baumarten gepflanzt werden sollen. Bei einer Antwort sind selbst die Forstversuchsanstalten zurückhaltend. Aufgrund dieser Unklarheit entstand die Idee des Klimawaldes. Das Ziel ist ein klimastabiler Mischwald, der auch forstwirtschaftlichen Ertrag bringt. „Wir wollen hier zusammen mit Hessen Forst die Entwicklung der eingesetzten jungen Pflanzen beobachten, den jährlichen Zuwachs messen und vergleichen. Dazu gehört auch eine Wetterbeobachtung, damit das Wachstum mit den Umweltbedingungen korreliert werden kann“, sagt Jörg Frenzel, Fachsprecher der Biologielehrer an der Adam-von-Trott-Schule. Um die angelegte Fläche herum werde es einen Streifen geben, der in den nächsten Jahren nicht bearbeitet werde. „Das ist dann sozusagen unsere Vergleichsfläche“, sagt Frenzel. All dies solle so weit wie möglich mit Schülern organisiert und dokumentiert werden.

Für Waldbesitzer interessant

„Die Stadt hat diese Fläche gerne zur Verfügung gestellt, als klar war, dass die Fichten hier absterben werden. Dieser fast wissenschaftlich begleitete ‘Klimawald’ ist auch für uns als Waldbesitzer interessant, genau wie für die anderen in der Region“, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt. Aber er passe auch ins Konzept, Sontra touristisch weiterzuentwickeln. So solle sowohl die Pflanzfläche für die Neugeborenen als auch der ‘Klimawald’ mit Informationstafeln versehen werden. Entstehen könnten so neue Wanderziele für Einheimische und Gäste.

Die Beteiligten hoffen nun auf genügend Regen, damit die Bäume anwachsen, und sind gespannt auf die Entwicklung. 

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