Bürgerhilfe Sontra bietet Lieferservice, Eschweger Tafel stellt Betrieb ein 

Eschweger Tafel 
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Können im Moment nichts an Bedürftige ausgeben: Die ehrenamtlichen älteren Mitarbeiter der Eschweger Tafel gehören wie einige der Kunden selbst vielfach zur Risikogruppe. 

Krisen treffen die Schwächsten am härtesten. Deshalb hat die Bürgerhilfe Sontra jetzt einen Lieferservice für 100 Bedürftige eingerichtet. Die Eschweger Tafel musste ihren Betrieb einstellen. 

Sontra/Eschwege.  – „Die Menschen, die eh schon am Ende der Kette stehen, trifft es jetzt wieder“, sagt Barbara Persch von der Bürgerhilfe Sontraer Land. Und jetzt stehen karitative Einrichtungen wie die Bürgerhilfe oder die Eschweger Tafel durch die Kontakteinschränkungen vor besonderen Herausforderungen. „Wir wollen unsere Lebensmittelausgabe so lange aufrechterhalten, wie es geht. Allerdings ist es aktuell schon sehr schwierig“, sagt Barbara Persch. Statt Abholung bieten sie jetzt für die 100 Bedürftigen einen Lieferservice an.

Weniger Lebensmittel als üblich 

Außerdem: „Uns steht im Moment nicht die Menge an Lebensmitteln wie sonst zur Verfügung, und wir sind darauf angewiesen, verschiedene Dinge zuzukaufen. Dazu fehlen uns aber die finanziellen Mittel“, sagt Persch.

Eschweger Tafel hat Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt - sie versorgt 150 Haushalte 

Die Eschweger Tafel, die 150 Haushalte mit Lebensmitteln unterstützt, hat vergangene Woche ihren Betrieb vorerst ganz eingestellt. „Uns tut es sehr leid, dass wir die Ausgabe gerade nicht leisten können, aber die meisten unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter wie auch viele unserer Kunden gehören zur Risikogruppe“, erklärt Siegfried Furchert. „Wir wollen die Menschen schützen.“

Zudem ist die alte Ausgabestelle der Eschweger Tafel sehr klein und eng. Kontaktvermeidung wäre sehr schwierig. „Das Gute ist: Wir ziehen in neue Räumlichkeiten im Grünen Weg, die wir uns mit der Hospizgruppe teilen werden. Dort ist die räumliche Situation dann besser“, so Furchert weiter.

Bürgerhilfe liefert Lebensmittel

Auch bei der Sontraer Bürgerhilfe durften die Kunden schon in der vergangenen Woche nicht mehr reinkommen. Zudem gibt es seit Freitag vorgepackte Lebensmittelpakete für die Kunden. „Dass man sich selbst seine Lebensmittel aussucht, können wir gerade nicht mehr leisten.“ Inzwischen werden die Lebensmittel ausgefahren, damit die Kunden nicht mehr das Haus verlassen müssen. Problematisch ist, dass die Bürgerhilfe gerade keine Einnahmen hat. Die Fixkosten aber bleiben bestehen. „Uns fehlen die Einnahmen, um Lebensmittel zuzukaufen, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen“, erklärt Persch.

Mittagessen im Blickpunkt eingestellt

Auch das Mittagessen einmal wöchentlich im Blickpunkt ist eingestellt. „Unsere Gesellschaft hatte jahrelang alles und musste sich keine Sorgen machen, weil alles immer verfügbar war: Die Krise ist ein wahnsinniger Einschnitt und birgt Ängste. Das Schlimme ist, dass sie nicht greifbar ist“, so Persch. Die Bürgerhilfe unterstützt außerdem die Hilfsaktion der Stadt Sontra für Bürger der Risikogruppe, bei der Einkäufe erledigt werden.

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