Erste Bürgermeisterin in Hersfeld-Rotenburg gewählt

„Damit habe ich nicht gerechnet“: Nur 96 Stimmen gegen Thomas Eckhardt in Sontra

Zur Stimmabgabe aufgefordert waren die Wähler am vergangenen Sonntag in Sontra und auch in Cornberg (Hersfeld-Rotenburg).
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Zur Stimmabgabe aufgefordert waren die Wähler am vergangenen Sonntag in Sontra und auch in Cornberg (Hersfeld-Rotenburg).

„Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte Sontras neuer und alter Bürgermeister Thomas Eckhardt (SPD) hinsichtlich der nur 96 Wähler, die gegen seine zweite Amtszeit stimmten.

Sontra - 6161 Bürger der Stadt Sontra waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen, 2710 nutzen die Möglichkeit, 96,4 Prozent stimmten für den alleinigen Kandidaten Eckhardt.

„Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen durch die Coronapandemie war es eine gute Wahlbeteiligung“, sagte der 44-Jährige zur Stimmenabgabe von 44 Prozent der Berechtigten. Dass die Zahl in gewisser Weise einem Trend folgte, zeigt der Blick auf die Bürgermeisterwahlen im Landkreis Kassel, bei denen ebenfalls nur ein Kandidat zur Wahl stand.

In Calden siegte Maik Mackewitz (parteilos) bei einer Wahlbeteiligung von 39 Prozent, in Wesertal Cornelius Turrey (SPD) mit einer Wahlbeteiligung von 42 Prozent.

Größter Zuspruch aus Kernstadt und Wichmannshausen

Zum Wahlkampf unter Pandemiebedingungen sagte Eckhardt: „Wenn man Einzelkandidat ist, kann man sich auch dann weiter den Tagesaufgaben widmen. Aus der Situation heraus ist das vielleicht ein Vorteil, um weiter an Projekten zu arbeiten.“ Natürlich sei es wünschenswert gewesen, direkt mit den Wählern in Kontakt zu treten, aber das sei ausgeschlossen und wäre laut Eckhardt auch ein falsches Signal gewesen.

Den größten Zuspruch erfuhr Eckhardt aus Sontras Kernstadt und dem Stadtteil Wichmannshausen. Im Wahllokal Sontra-Mitte 04 stimmten 99 Prozent der Wähler für ihn (304 Ja-Stimmen), im Wahllokal Sontra-Mitte 02 waren es 98,2 Prozent (230 Ja-Stimmen). In Wichmannshausen stimmten 98,4 Prozent (254 Ja-Stimmen) für den SPD-Politiker.

Geht in seine zweite Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Sontra: Thomas Eckhardt.

Am fleißigsten Gebrauch von ihrem Wahlrecht machten die Bewohner von Sontra-Breitau, 62 Prozent der 247 Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Dahinter folgen Sontra-Hornel mit 57 Prozent (76 Wahlberechtigte) sowie die als ein Wahlbezirk zusammengefassten Sontra-Krauthausen und Sontra-Weißenborn mit einer Wahlbeteiligung von rund 55 Prozent (170 Wahlberechtigte).

Eckhardt hebt gute Zusammenarbeit mit Opposition hervor

Gefeiert wurde der Wahlsieg laut Thomas Eckhardt den Umständen entsprechend nur im kleinen Rahmen. Das sei zwar schön, mehr Bürgernähe wäre aber wünschenswert gewesen – aber nicht möglich.

Dennoch spricht ein großes Wohlbefinden aus den Worten 44-Jährigen: „Ich sehe das Ergebnis als einen Erfolg auf breiter Linie, denn es setzt eine Zufriedenheit sehr vieler Beteiligten voraus.“ Positiv hebt Eckhardt hervor, dass sich die Stimmung im Stadtparlament gravierend ins Positive gewandelt habe.

Dabei hebt er die gute Zusammenarbeit mit der politischen Opposition hervor. Statt Dinge von vornherein zu blockieren oder kaputtzureden, versuche diese immer, sich einzubringen und das Optimum bei verschiedensten Projekten herauszuholen.

Cornberg: Erste Bürgermeisterin im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Überraschend war am Sonntag der Wahlausgang in Sontras Nachbarkommune Cornberg im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Die parteilose Cornbergerin Katja Gonzalez Contreras setzte sich im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber durch und ist die erste Bürgermeisterin überhaupt in Hersfeld-Rotenburg: Sie holte 65,1 Prozent der Stimmen. Auf Alfred Knoch entfielen 18,4 Prozent, Dieter Kempka bekam 8,4 und Franziska Bolz 8,1.

Sie habe mit einer Stichwahl gerechnet und sei überwältigt, sagte die 47-Jährige kurz nach der Wahl.

„Das ist bei vier Kandidaten ein starkes Ergebnis und ein Vertrauensvorschuss, aber auch eine Verpflichtung“, sagte Amtsinhaber Achim Großkurth, nachdem er seiner Nachfolgerin gratuliert hatte. Er freue sich, dass mit Gonzalez Contreras jemand mit Verwaltungserfahrung seine Nachfolgerin sei.

Katja Gonzalez Contreras ist die neue Bürgermeisterin der Gemeinde Cornberg.

Diese legt Wert darauf, parteiunabhängig zu sein: Sie möchte sich für den Erhalt des Medibusses und die Ansiedlung eines Hausarztes in der Gemeinde starkmachen. Sie will das Kloster Cornberg inklusive Bewirtschaftung erhalten und den Tourismus ausbauen, etwa durch neue Radwege.

„In einer Fusion sehe ich keinen Vorteil, weder wirtschaftlich noch in der kommunalen Versorgung“, sagte sie vor der Wahl zu der seit Jahren schwelenden Frage, ob sich die nach Einwohnern (1318) kleinste Gemeinde in Hersfeld-Rotenburg mit einer anderen Kommune zusammenschließen sollte. Hier war auch Sontra im Gespräch. (mmo)

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