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Dieter Oehler erforscht Geschichte der Wichmannshäuser Familien

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Von: Kristin Weber

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Dieter Oehler mit seinem Buch. Vorgestellt wird es am Pfingstmontag, 6. Juni, beim Fest des Heimatvereins auf dem Grillplatz in Wichmannshausen.
Dieter Oehler mit seinem Buch. Vorgestellt wird es am Pfingstmontag, 6. Juni, beim Fest des Heimatvereins auf dem Grillplatz in Wichmannshausen. © Kristin Weber

Dieter Oehler erforscht die Geschichte der Familien in Wichmannshausen und hat jetzt ein neues Buch dazu herausgebracht.

Wichmannshausen – Die Geschichte eines Ortes ist mehr als die Geschichte der Häuser, sagt Dieter Oehler. Es sei vor allem die Geschichte der Menschen, die dort wohnen. Zum 750-jährigen Jubiläum von Wichmannshausen hat er sich mit der Frage beschäftigt, wer seit 1497 im Ort wohnte und hat die Geschichte der bekanntesten Familien bis heute in einem Buch nachgezeichnet, unter dem Titel: „Ersterwähnung und Gewerbe der Bürger von Wichmannshausen“.

Zum Ursprung der Familiennamen

Darin erläutert er die Familiennamen und den beruflichen Werdegang der Einwohner des Ortes. „In der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg ist ein lebhafter Wechsel der Familiennamen zu verzeichnen“, hat er festgestellt. Diese Daten konnte er nur im Staatsarchiv in Marburg recherchieren. Ab 1656 gibt es dann die fortlaufenden Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern.

Nur 21 Bürgerfamilien hatten Konfessionskriege überlebt

Nur 21 Bürgerfamilien hatten die Gräuel des Konfessionskriegs Mitte des 17. Jahrhunderts überlebt, danach setzte eine Zuwanderung von neuen Einwohnern ein. Pulvermüller und Weinhändler sorgten für einen Aufschwung im Ort. Zum Beispiel: Drei Familien sind seit der frühen Neuzeit bis heute im Ort ansässig; Meister, Rabe und Heckmann als die älteste Familie. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren die Meisters als Schulmeister tätig, später hatte die Familie eine Pulvermühle, in der Schießpulver gemahlen wurde. Insgesamt fünf Pulvermühlen gab es im Ort, deren Besitzer Munition für den Hessischen Landgrafen herstellten und es dadurch zu Wohlstand brachten. Die Mitglieder der Familie Rabe waren als herrschaftliche Schulzen im Auftrag der von Boyneburgs zur Verwaltung eingesetzt.

Die Heckmanns waren ebenfalls Müller, aber auch Zimmerleute. Die Familie baute einige der schönsten Fachwerkhäuser im Ort. „Dann siedelten sich Weinhändler aus dem Meißner-Vorland an, die das Pulver nach Süddeutschland exportierten und deren Fuhrwerke mit Wein beladen zurückkamen“, sagt Dieter Oehler. Kleine und große Anekdoten hat er aus den Quellen ausgegraben und festgehalten, von Durchreisenden, die überfallen wurden und ertrunken sind, von einem Pfarrer, der 1609 gesteinigt wurde oder dem Unglück des Kroaten-Jahres 1639, das vielen Menschen das Leben gekostet hat. Mit diesem Buch hat Dieter Oehler, der auch schon die Geschichte seiner Familie im Ort über 350 Jahre verfolgt hat, seine Heimatforschung in Wichmannshausen erst einmal abgeschlossen.

Fotos von heutigen Einwohnern illustrieren Buch

Er selbst wohnt inzwischen in der Nähe von Kassel. Die Fotografin Doris Büschel hat Porträtfotos von den Einwohnern des Ortes zur Verfügung gestellt. Vorgestellt und verkauft wird das Buch am 6. Juni in Wichmannshausen. Dann feiert der Heimatverein auf dem Grillplatz das 750-jährige Jubiläum zusammen mit allen Vereinen. Vorbestellen kann man das Buch auch beim Förderverein 750 Jahre Wichmannshausen, Herbert Cebulla und Ralf-Siegbert Giesen. (Kristin Weber)

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