Dr. Tobias Liese wird mit dem Toennies-Physikpreis von der Uni Göttingen verabschiedet

Dissertation mit Weltrekord

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Dr. Tobias Liese

Ulfen. Dr. Tobias Liese (30) hat etwas geschafft, was noch niemand erreicht hat. Die Fokussierung von Röntgenstrahlen hat er auf sieben Nanometer genau dargestellt.

Das entspricht sieben Millionstel Millimeter und stellt einen neuen Weltrekord dar. „Diese Pionierarbeit in der Röntgenoptik eröffnet neue physikalische und technologische Wege für die Anwendung hochauflösender Röntgenmikroskopie“, sagt Prof. Marcus Müller von der Fakultät für Physik in Göttingen. Für diese „herausragende experimentelle Promotionsarbeit“ hat Liese den mit 1000 Euro dotierten Jan-Peter-Toennies-Physikpreis gewonnen. „Es war eine besondere Herausforderung, weil herkömmliche Brechungslinsen für diese Fokussierung ungeeignet sind“, sagt Liese.

Der 30-Jährige kam während seiner Diplomarbeit 2008 auf den Gedanken, auch zu promovieren. Sein Chef hatte ihn auf die Idee gebracht. Vier Jahre forschte er zwischen 2008 und 2012 im Fachbereich Physik der Georg-August-Universität. Mit Auszeichnung (summa cum laude) durfte er im Mai das Gänseliesel auf dem Göttinger Marktplatz küssen - ein Privileg, das nur Doktoren zuteil wird. Dass der Ulfener einmal Physik studieren würde, war ihm bereits zu Schulzeiten klar. Sein Abitur legte er an der Adam-von-Trott-Schule in Sontra ab und besuchte dort bereits den Physik-Leistungskurs. Nach dem Grundwehrdienst in Gotha nahm er das Studium in Göttingen auf. Hier besitzt er noch eine Studentenbude. Seine Wochenenden verbringt Tobias Liese in Ulfen. Dort hat Liese nicht nur Zeit für seine Freundin, sondern auch für seine Hobbys. Mit dem Motorrad unternimmt er mit Freunden gerne Enduro-Touren. Außerdem spielt er im Orchester der Ulfener Jungs Trompete. Die Zeit im Ulfetal könnte aber bald zu Ende sein. Denn als promovierter Physiker und dem Toennies-Preis im Lebenslauf ist Liese ein gefragter Mann. Zurzeit arbeitet er noch als Postdoc an der Georg-August-Universität, möchte aber in die Industrie wechseln. „Die Berufsaussichten sind hervorragend“, sagte Liese. Ingenieure und Fachkräfte würden in Deutschland zurzeit händeringend gesucht. Außerdem steht noch ein Angebot aus den USA aus.

Von Tobias Stück

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