Neue Düngeverordnung

Mit neuer Technik wird Düngen effizienter und es stinkt weniger

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Präsentieren das Gerät: (von links) Auszubildende Katharina Gansloser, Philipp Pfister von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) und Landwirt Tim Dietrich. Aus den grünen Schläuchen mit rotem Kopf wird die Gülle direkt an die Wurzeln in den Boden gebracht. Im Hintergrund ist der 17 Kubikmeter fassende Tank in Gelb zu sehen. 

Landwirt Tim Dietrich aus Mitterode hat sich ein neues Güllefass und Gestänge angeschafft, um seine Felder umwelt- und grundwasserschonender zu bewirtschaften. Nebeneffekt: Es stinkt weniger. 

Die neue Düngeverordnung hat viele Landwirte vor eine zukunftsweisende Entscheidung gestellt: Entweder sie investieren in neue Technik oder lagern das Ausbringen der Gülle an Lohnunternehmen aus. Tim Dietrich aus Mitterode hat sich wie einige andere Bauern für die erste Variante entschieden. 

Und das hat er nicht bereut. „Mit dem neuen Fass und dem Gestänge verteilen wir die Gülle viel bodennäher als früher und gelangen nach dem Durchkämmen des Getreides direkt an die Wurzel“, erklärt Dietrich.

Effizienteres Düngen

Die Kosten für das Gerät, die zu einem kleinen Teil vom Land gefördert wurden, um umwelt- und grundwasserschonende Bewirtschaftung zu unterstützen, würden sich in ein paar Jahren amortisieren. Da ist sich der Landwirt sicher, der zum genauen Kaufpreis keine Auskunft gibt. Denn die Vorteile seien unverkennbar: Für ihn bringe die Maschine eine effizientere Ausbringung der Gülle mit sich. „Es verdunstet weniger als früher, als wir nicht so nah am Boden gearbeitet haben“, so Dietrich. Dementsprechend muss weniger mineralischer Dünger zugekauft werden. Damit einhergehend sei das Verfahren natürlich auch umwelt- und grundwasserschonender, wie Philipp Pfister von der mit Dietrich kooperierenden Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) berichtet. „Die Ammoniakemission wird minimiert und es wird weniger der wertvollen Gülle als Dünger verschenkt“, sagt Pfister.

Hightech

Effizienter ist das neue Gerät auch deswegen, weil es die Gülle sehr gleichmäßig ausbringt. „Ich muss an der Steuerungseinheit im Schlepper vorne nur angeben, dass so und so viel Dünger pro Hektar abgeworfen werden soll, und muss dann eigentlich nur noch in einer bestimmten Geschwindigkeit fahren. Die Gülle wird durchweg in derselben Menge ausgeworfen“, erzählt der Landwirt Tim Dietrich.

Weniger Gestank

Was alle Mitteröder freuen dürfte, ist, dass die Geruchsbelastung durch die neue Maschine deutlich sinkt. „Weil eben die Gülle direkt in den Boden gelangt“, sagt Dietrich. Alles in allem ist er sehr zufrieden mit seinem neuen Gerät. „Natürlich ist es für Landwirte auch nicht leicht, immer auf alle Verordnungen und Auflagen zu reagieren. Denn das ist immer mit hohen Kosten wie hier für die neue Technik oder mehr Arbeit verbunden. Aber letztendlich mache ich das auch gerne, weil ich so den hohen Standards gerecht werden und bei meinen Produkten eine gute Qualität zu moderaten Preisen anbieten kann“, sagt Dietrich, der mit seinem selbst angebauten Getreide größtenteils die 200 Sauen mit Ferkeln zu versorgen hat.

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