Ehemalige Husarenkaserne in Sontra: Abriss von sieben alten Gebäuden geplant

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Mit dem Lageplan vor einem der abzureißenden Mannschaftsgebäude: (von links) Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt, Peter Döring von der WFG und Ralf Hilmes (Nentershausen).

Sontra. Die sieben ehemaligen Mannschaftsgebäude der 2008 geschlossenen Husarenkaserne in Sontra sollen abgerissen werden, drei davon noch bis Ende des Jahres.

1,5 Millionen Euro investiert als Besitzer der interkommunale Zweckverband mit Sontra, Herleshausen, Nentershausen und Werra-Meißner-Kreis, um so neue Gewerbeflächen zum Verkauf zu schaffen.

Das teilten die Bürgermeister Thomas Eckhardt (Sontra), Ralf Hilmes (Nentershausen) und Peter Döring von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Werra-Meißner jetzt vor Ort mit. 840.000 Euro davon gibt es nach ihren Angaben von EU- und Landesfördermitteln. Den Rest stemmen die drei Kommunen und der Werra-Meißner-Kreis als Mitglieder des Verbandes.

Im August hatte sich die Schließung der Husarenkaserne Sontra zum zehnten Mal gejährt.

Gelände der ehemaligen Husarenkaserne wird seit drei Jahren vermarktet

Schon seit mehreren Jahren vermarktet dieses Bündnis das Areal, hat auch schon Gewerbeflächen samt Gebäuden verkauft: an die Firmen Schnell- Engine-Oils, Elektro-Strückrath aus Sontra und den Bauhof der Kupferstadt. Bisher sind aber erst 35.000 des insgesamt 170.000 Quadratmeter großen Geländes vergeben, den Rest nutzt die Automobil-Firma Pressler zur Miete als Abstellplatz für Fahrzeuge.

„Es hat sich aber herausgestellt, dass die Mannschaftsgebäude für Unternehmer nicht attraktiv sind“, erklärt Sontras Verwaltungschef Thomas Eckhardt. Das Problem seien die kleinen Räume. In die damaligen Stuben der Soldaten passe nicht mal ein Büro. „Die Wände sind viel dicker als bei normalen Häusern, um schusssicher zu sein. Deswegen ist ein Umbau unwirtschaftlich, zumal die ganze Haustechnik mit Heizung und Elektrik neu installiert werden müsste.“

Bessere Verkaufsaussichten habe man, wie Peter Döring von der WFG erklärte, wenn die Gebäude abgerissen und dort 43.500 Quadratmeter Freifläche entstehen würden. Die Bunker darunter müssen mit Beton verfüllt werden. Baugenehmigungen seien da.

Drei Grundstücke der ehemaligen Husarenkaserne sind bereits verkauft

Die drei Kommunen Sontra, Herleshausen und Nentershausen haben im Dezember 2006 den „Zweckverband interkommunale Zusammenarbeit“ gegründet. Ziel ist es, die Herausforderungen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandels gemeinsam zu bewältigen, damit die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung nachhaltig gesichert werden. 

Ein Projekt war der Kauf der Kaserne für 413.000 Euro, um ein Gewerbegebiet und letztlich Arbeitsplätze für die Region zu schaffen und – mit Unterstützung der WFG – zu vermarkten. 1,6 Millionen Euro sind in die Erschließung der Infrastruktur geflossen. Im Gegenzug gibt es jährlich 100.000 Euro Miete von einem Automobil-Unternehmer, der Fahrzeuge auf dem Areal parkt. Zudem wurden bereits drei Grundstücke an Unternehmen verkauft.

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