Ein herrenloses Auto voller Müll vergammelt am Sontraer Bahnhof

So sieht er aus: Der Renault Twingo ohne Kennzeichen, der mit Müll bis oben hin am Bahnhof in Sontra vor sich hin vergammelt. Bald soll er abtransportiert werden. Foto: Sonja Berg

Sontra. Seit Wochen sorgt ein herrenloses Auto für Gesprächsstoff in Sontra. Vollgemüllt bis oben hin steht der ausrangierte Renault Twingo ohne Kennzeichen auf dem Gelände des Bahnhofs – und ist ein Ärgernis für die Bürger, die sich durch den Anblick sowie den Geruch des vergammelnden Mülls belästigt fühlen. Wir fragen deshalb: Was war denn da los?

Würde das Fahrzeug auf einem öffentlichen Platz stehen, hätte das Ordnungsamt der Stadt Sontra längst den Halter ermittelt oder die Entsorgung in die Wege geleitet. Aber: Das Gelände gehört der Bahn und ist somit Privatbesitz. „Da haben wir keine Handhabe. Ich kann ja auch nicht auf dem Grundstück von Bürger XY ein Auto abschleppen lassen, nur weil es vollgemüllt ist“, erklärt Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Wohl aber habe er die Deutsche Bahn darüber informiert und die um Lösung des Problems gebeten. „Wir haben kürzlich sowieso zusammengesessen, um über den Bahnhof und sein Umfeld geredet, dabei auch das herrenlose Auto angesprochen“, sagt der Verwaltungschef.

Mittlerweile, so teilt Eckhardt mit, sei die Sontraer Recycling-Firma Ladner mit eigenem Schrottplatz an ihn herangetreten – mit dem Angebot, das Auto dort wegzuschaffen und zu verschrotten. „Das wäre dann eine Win-Win-Situation. Der Schandfleck kommt weg und Ladners haben ein Auto zum Recyceln“, meint Eckhardt. Deswegen hat er der Firma gesagt, dass die sich mit der Deutschen Bahn in Verbindung setzen und sich das Okay für den Abtransport geben lassen soll.

„Ich gehe davon aus, dass das Auto dann zeitnah wegkommt. Und das ist gut so. Als ich dort vorbeigefahren bin, habe ich mich schon erschrocken und gefragt: Was ist denn hier los? Bei dem Anblick hatte man fast Angst, dass noch ein Toter im Auto ist“, so Eckhardt.

Die Deutsche Bahn ließ eine Presseanfrage unserer Zeitung mit der Frage, wann die Entsorgung geplant ist, am gestrigen Dienstag bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Hintergrund: Stadt will Bahnhof kaufen und umgestalten

Das Bahnhofsumfeld ist allgemein ein Schandfleck in Sontra. Die Stadt will daher das Areal kaufen und umgestalten. Der Bahnhof verkommt seit Jahren durch Graffiti und Vandalismus, zudem ist die fehlende Barrierefreiheit für ältere Fahrgäste ein Problem. Die Unterführung Richtung Innenstadt wird wegen ihres Zustands gar als „Tunnel des Schreckens“ bezeichnet. Das Kaufinteresse bezieht sich allerdings nur auf einen Teil der Fläche, wie Bürgermeister Thomas Eckhardt mitteilt. Insgesamt geht es hier aber um immerhin 3300 Quadratmeter inklusive des Bahnhofsgebäudes. Warum nur diesen Teil? „Weil dort keine Rückbauverpflichtungen für Oberleitungen bestehen. Das würde eine sechsstellige Summe kosten“, erklärt Eckhardt. Weiterverkauft werden soll dann das Bahnhofsgebäude. Das Parlament muss dem Kauf noch zustimmen.

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