Eine haarige Angelegenheit

Sina Seidler aus Wichmannshausen belegt ersten Platz bei Hunde-Schermeisterschaft

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Schert die Pfoten ihrer Hündin aus: Sina Seidler ist Profi, wenn es um Fellpflege geht. Bei Veranstaltungen wie den Schermeisterschaften stellt sie nicht nur ihr Können unter Beweis, sondern erhält auch wertvolle Tipps von Gleichgesinnten.

Wichmannshausen. Vom Steuerbüro in den Hundesalon ist es manchmal gar nicht so weit. Das zeigt die Geschichte von Sina Seidler, die jetzt den ersten Platz in der Kategorie Anfänger bei der Schermeisterschaft des Bundesverband der Groomer (Englisch für Hundefriseure) in Eisenach belegt hat.

„Ich habe in einem Steuerbüro gearbeitet und war dort einfach nicht glücklich“, erklärt Seidler. Sie suchte ein neues Betätigungsfeld, „etwas mit Tieren, wo ich auch mal in Bewegung bin“. Da sie damals mit ihren eigenen Hunden öfter in den Hundesalon nach Hoheneiche ging, klagte sie dort ihr Leid. Die Besitzerin des Salons habe sie ermutigt, selbst einmal zu Kamm und Schere zu greifen. Sina Seidler dachte sich, das passt, „denn schließlich ist meine Mutter auch Friseurin“.

Sie absolvierte einen Probetag und stellte fest, dass ihr die Arbeit leicht von der Hand geht. Daraufhin absolvierte sie 2012 eine dreimonatige Ausbildung und eröffnete im März 2013 ihren eigenen Hundesalon in Wichmannshausen. Dass es dabei um mehr geht, als nur mit der Schermaschine durchs Fell zu fahren, davon ist die 36-Jährige überzeugt. Je nach Fellbeschaffenheit müssen verschiedene Schertechniken angewendet werden. Einige Rassen, wie der West Highland, sollten gar nicht geschert, sondern getrimmt werden. Denn bei ihnen fällt das abgestorbene Deckhaar nicht von selbst aus, sondern muss per Hand oder mit einem Trimmmesser ausgezupft werden.

Auch jetzt im Herbst und Winter lohne sich ein Besuch beim Hundefriseur, meint Sina Seidler. „Viele denken ja, im Winter darf dem Tier das Fell nicht gekürzt werden, weil es sonst friert. Aber verfilztes Fell wärmt nicht und wenn der Hund nass wird, braucht er viel länger zum Trocknen“, erklärt die Frau aus Wichmannshausen. Neben der Fellpflege werden bei einem Besuch im Hundesalon auch die Augen, Ohren und Ballen gepflegt und die Krallen geschnitten. Außerdem gibt Seidler Tipps zur Fütterung, „denn der Zustand des Fells ist eng mit der Qualität der Ernährung verbunden“.

Ihr Können als Hundefriseurin beweist Sina Seidler auch bei Schermeisterschaften, wie am vergangenen Wochenende in Eisenach. Dort ist sie mit ihrer Hündin Andra, einem American Cocker Spaniel, in der Klasse Anfänger angetreten. An 15 Tischen beurteilten nach ein bis 2,5 Stunden, je nach Aufwand, erfahrene Preisrichter die Künste des Groomers. Andra mache das Prozedere nichts aus, sagt Sina Seidler. Sie sei schon als Welpe an die Pflegeschritte gewöhnt worden „und manchmal schläft sie dabei sogar ein“. (mia)

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