Einrichtungsbeirat des Awo-Pflegezentrums stellt sich vor

Gegenseitiges Kennenlernen im Rathaus: Pflegezentrumsleiterin Annette Schmidt (von links), Claudia Mangold, Rosemarie Leister, Beiratsvorsitzende Evelyne Burghardt, Helmut Fey, Irmgard Germeroth und Bürgermeister Thomas Eckhardt. Foto: Deppe

Sontra. Langeweile ist ein Fremdwort: Im Awo-Pflegezentrum in Sontra gibt es für die Bewohner ein vielfältiges Programm. Ein Einrichtungsbeirat sorgt für die richtigen Angebote.

Helmut Fey hat genug. Vier Jahre lang hat er Kartoffeln geschält. Jetzt muss mal jemand anderes ran, findet er. „Ich hab ja kaum noch Zeit dafür“, sagt der 89-Jährige. Fey ist Bewohner des Awo-Seniorenzentrums in Sontra und zweiter Vorsitzender des Einrichtungsbeirates, einer Art Interessenvertretung, die sich am Donnerstagnachmittag im Rathaus bei Bürgermeister Thomas Eckhardt vorstellte.

Fehlende Zeit ein Luxus 

Helmut Feys Zeitmangel ist ein Luxusproblem. „Es gibt bei uns einfach so viel Programm, dass niemals Langeweile aufkommen kann“, sagt er. Seit vier Jahren lebt er an der Wichmannswiese und sagt: „Ich kann das nur weiterempfehlen.“ Es gibt Spielrunden, Seniorensport und eben auch Unterstützung beim Kochen. „Die Leute freuen sich, weil wir viel Zeit mitbringen“, erzählt die Vorsitzende des Beirats, Evelyne Burghardt. Sie hat nicht gezögert, den Posten zu übernehmen, nachdem sie gesehen hatte, wie gut ihre Eltern betreut wurden.

Mitreden beim Speiseplan 

„Der Einrichtungsbeirat ist das Bindeglied zwischen Bewohnern und Verantwortlichen“, erklärt Annette Schmidt, die in diesem Jahr die Leitung des Zentrums übernommen hat. Die Mitglieder, neben vier Bewohnern auch „Externe“ begrüßen neue Mitbewohner, übernehmen Patenschaften und geben viele Tipps und Hilfestellungen. Sie reden bei der Erstellung des Speiseplans mit und besprechen anstehende Feste.

„Es hat einfach eine andere Dimension, wenn Mitbewohner beispielsweise bei Problemen aufeinander zugehen, als wenn alles über das Pflegepersonal läuft“, sagt Schmidt. Man wolle so gemeinsam etwas auf den Weg bringen. Nicht nur innerhalb der Einrichtung, sondern auch Sontra.

Anbindung an die Stadt

Damit findet sie bei Bürgermeister Thomas Eckhardt offene Ohren. „Unser Plan ist es, das Pflegezentrum noch besser an die Stadt anzubinden.“ Dazu gehört, Sontra komplett barrierefrei zu machen. Das hat er sich für das kommende Jahr vorgenommen. „Natürlich schafft man das nicht innerhalb von zwölf Monaten, aber wir gehen es intensiv an“, verspricht er und regt direkt an, die Senioren sollten doch mal etwas zum Thema Mundart machen.

Damit landet er bei Helmut Fey und Irmgard Germeroth, Beisitzerin im Beirat, genau richtig. „Wir sprechen ohnehin nur Platt untereinander“, berichtet Fey. In der Küche würden sie damit auch gerne das Personal ein bisschen ärgern. „Die verstehen nichts und wir lassen die dann immer raten, was wir meinen.“

Und so geht der Besuch im Rathaus mit einer von vielen Episoden zu Ende. Für die Senioren ein weiteres Abenteuer. „Ich war hier seit der Trauung meiner Tochter vor 45 Jahren nicht mehr drin“, sagt Fey und macht sich lächelnd auf den Weg in sein Heim.

Einladung zum Adventsmarkt

Zu einem Adventsmarkt laden die Bewohner und das Pflegeteam des Awo-Seniorenzentrums, Wichmannswiese 3, für Samstag, 28. November ein. Von 14 bis 18 Uhr verkaufen die Bewohner Selbstgebasteltes, zudem gibt es Kaffee, Glühwein, Waffeln und Bratwurst.

Von Lasse Deppe

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