Kindergartengebühren in Sontra steigen, sind aber von der Vorgabe des Landes Hessen ganz weit entfernt

Erhöhung ja, aber sehr moderat

Ein Besuch auf den Erdbeerfeldern darf im Kindergarten Wichmannshausen nicht fehlen. Foto: Archivbild Harald Triller

Sontra. „Kinder sind unsere Zukunft, allein deshalb sind wir angehalten, ihnen die bestmögliche Vorschulerziehung zu ermöglichen. Und das in jeder Beziehung. Da sind hohe pädagogische Qualitäten gefragt, aber auch die finanzielle Unterstützung darf nicht fehlen“, sieht Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer das in allen Kindergärten der Stadt Sontra absolut erfüllt.

Eigentlich müssten die Eltern ein Drittel der Gesamtaufwendungen bezahlen, wir liegen aber lediglich bei 17 Prozent.

Bürgermeister Schäfer

Und er fällt beim WR-Gespräch mit der Tür ins Haus, bekräftigt anhand der Zahlen, dass zwar eine Erhöhung der Gebühren von Parlament einvernehmlich beschlossen wurde, dass aber die Belastung für die Eltern absolut moderat geblieben ist. „Auch zuvor bei den Verhandlungen in den Ausschüssen herrschte Gleichklang, ähnlich sah es bei den anderen Trägern, die an der Seite der Stadt stehen, aus, als da sind die evangelische und katholische Kirche, auch dort wurden die Zahlen für in Ordnung befunden“, spannte der Sontraer Verwaltungschef den Bogen in Richtung der Vorgaben des Landes Hessen. „Danach sind wir eigentlich angehalten, die Eltern mit einem Drittel der Gesamtkosten zu belasten. Die tatsächlichen Zahlen belaufen sich aber lediglich auf 17 Prozent“, bekräftigt das Stadtoberhaupt den Beschluss im Plenum.

Der Blick auf andere Kommunen im Werra-Meißner-Kreis verrät, dass sich die Sontraer Zahlen im Bereich der Elternbeiträge günstig bewegen, auch, weil die Erhöhungen in den nächsten drei Jahren nur sehr gering ausfallen. Und auch die Tatsache, dass die Stadtverordnetenversammlung auf die bereits 2010 geplante Erhöhung der Betreuungsgebühren in den städtischen Kindergärten „Wiesenwichtel“ in Ulfen und „Bunte Welt“ in Wichmannshausen seinerzeit verzichtete, sei, so Bürgermeister Schäfer, eine wohlwollende Entscheidung zugunsten der Eltern gewesen.

Der Magistrat sei allerdings beauftragt worden, eine neue Gebührenkalkulation mit den anderen Einrichtungsträgern zu erarbeiten. Danach wurde nun ein Drei-Jahre-Plan abgesegnet, der sich folgendermaßen gestaltet: Ab 1. August erfolgt eine Erhöhung in der Regelgruppe um acht auf nun 118 Euro im Monat, zwölf Monate später müssen die Eltern weitere neun Euro nachlegen. Und diese 127 Euro werden zum 1. August 2014 um nochmals acht Euro angehoben, sodass dann 135 Euro auf die Haushaltskasse der Muttis und Vatis zukommen. Zum Vergleich: Es gibt Kreiskommunen, da werden 2012 schon 140 Euro verlangt.

Der Aufschlag bei den Krippengruppen beläuft sich auf jeweils 30 Euro (148, 157, 165 Euro). Schließlich wurde die Regelung für die Zweitkinder neu festgelegt, hier fallen zwei Drittel der Gebühren des älteren Geschwisterteils an (2012 = 79 - Krippe 99, 2013 = 85 - 105, 2014 = 90 - 110).

„Wir hoffen, dass der Kreis unsere Gebührenordnung in der von uns beschlossenen Form akzeptiert“, sagt Karl-Heinz Schäfer. Von den Gesamtaufwendungen in Höhe von gut 1,33 Millionen Euro muss die Stadt Sontra etwas mehr als 750 000 Euro, das sind 56 Prozent, aufbringen (siehe Grafik). „Darin enthalten ist der tarifliche Schlüssel gemäß der Mindestverordnung für unser Fachpersonal und die Tagesmütter“, fügt der Bürgermeister an. Den zweitgrößten Batzen tragen die Eltern mit gut 230 000 Euro (17 Prozent). Das Land Hessen steuert Zuschüsse in Höhe von 206 000 Euro bei (16 Prozent), vom Kreis fließen 82 000 Euro (sechs Prozent), der Beitrag der Träger (Kirchen) bewegt sich bei knapp 40 000 Euro (drei Prozent) und sonstige Einnahmen betragen 21 000 Euro (zwei Prozent).

Von Harald Triller

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare